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Soziale Kompetenz und emotionales Lernen werden
auch im Zeitalter der Neuen Medien unverzichtbare
Bestandteile der Wissensvermittlung sein. Erst dadurch
wird in der Informationsgesellschaft eine Balance
zwischen dem Lehrplan der Computertechnologie, der Kälte
des Mediums, dem rasch anwachsenden Berg von kontextarmen
Informationen einerseits und den kreativen Fertigkeiten
der Menschen andererseits hergestellt.Von der Redaktion der iff-texte
wurde mir die Frage gestellt: Wie verändern die Neuen
Medien die Wissenschaft? Einem ersten Impuls folgend,
wollte ich sofort eine dieser stromlinienförmigen
Antworten geben, nach dem Muster: Natürlich,
Informations- und Kommunikationstechnologien zeigen ihre
Wirkungen, die sich aufzählen lassen. Es existiert schon
jede Menge an Artikel und Bücher, die sich mit dieser
Frage beschäftigen und von denen abgeschrieben werden
könnte. Auch die eigenen Erfahrungen könnten in die
Waagschale geworfen werden. Denn diese Frage ist
verführerisch. Suggeriert sie doch schon die
Möglichkeit eines kausalen, vielleicht sogar eindeutigen
Zusammenhangs zwischen Ursache (Neue Medien) und Wirkung
(auf der Ebene von Wissenschaft), und damit einen Weg der
schnellen und pflegeleichten Beantwortbarkeit. Im
affirmativen Fall etwa von der Art: Die wachsende
Verbreitung des Internet beschleunigt die kreativen
Prozesse im Wissenschaftsbereich und erhöht so die
Produktivität der Forscher und Forscherinnen. Diese
Antwort wäre vielleicht sogar eine korrekte Beschreibung
an der Oberfläche, könnte aber aus genau diesem Grund
zu einer Fehlorientierung führen, wenn sie unmittelbar
als konkrete Anleitung zur Herstellung einer erhöhten
Kreativität der Wissenschaft herangezogen wird. Die
Politik bräuchte dann, folgte sie diesem Vorschlag, nur
noch die Verbreitung der Neuen Medien fördern (wie zum
Beispiel in den USA vor kurzem vorgeschlagen wurde,
Computerhardware an alle Sozialhilfeempfänger zu
verschenken) und der gewünschte Erfolg wäre gesichert.
So einfach liegen aber die Dinge nicht, denn wir beziehen
uns mit der eingangs gestellten Frage auf höchst
komplexe Zusammenhänge, die eine bessere
Auseinandersetzung verdienen als in meiner hypothetischen
Antwort angeführt. Geben wir dies zu, sind wir bereits
tief in die Problematik der Beschreibung, Erklärung und
letztlich in die Theorie der bewußten Hervorbringung
gesellschaftlicher Veränderungen verstrickt.
Meiner Meinung nach geht es darum, auf Basis der heute
schon sichtbaren Trends, die positiven und negativen
Möglichkeiten einzuschätzen und realisierbare
Perspektiven herauszuarbeiten, die uns sinnvolle und
vernünftige, menschliche und sozialverträgliche
Anwendungen für neue Technologien in der Forschung und
im Bildungswesen bieten. Dazu reicht es allerdings nicht
aus, nur die technische Ebene zu untersuchen, obwohl sie
eine notwendige Voraussetzung für alles weitere ist.
Erst die wirtschaftlichen, sozialen, politischen,
psychologischen und kulturellen Einbettungen der
jeweiligen Technologie bestimmen letztlich über Erfolg
und Mißerfolg, von welchem Wertsystem aus auch immer
gesehen.
Welche Möglichkeiten
haben wir?
Ich möchte daher die
eingangs aufgeworfene Frage nach den Auswirkungen der
Neuen Medien lieber umformulieren in eine Frage nach dem
Möglichkeitsfeld, das sich aufgrund neuer Technologien
auftut und nach ihren Rahmenbedingungen. Weiche der
Elemente aus dem Möglichkeitsfeld dann realisiert
werden, läßt sich vielleicht in erster grober Näherung
als das Ergebnis von wiederholt durchlaufenen Tests auf
Realisierbarkeit, bezüglich der verschiedenen Schichten
der Rahmenbedingungen beschreiben. Eine neue Technologie
muß, wenn sie irgendwo in einem Labor erscheint, den
Test auf technische Durchführbarkeit bestanden haben. Um
auf den Markt gelangen zu können, muß sie den
Test der ökonomischen feasibility positiv durchlaufen
haben. Diese beiden Tests sind relativ klar zu
formulieren. Im ersten Fall wird die
Funktionstüchtigkeit eines Gerätes, einer Maschine oder
eines Softwarepaketes darüber entscheiden, ob der
technologische Test eines Artefakts bestanden wurde. Im
zweiten Fall werden sich - im Rahmen der derzeitigen
Wirtschaftsverfassung - aus den geltenden Zinssätzen,
Preisen usw., die Profitabilität und das
Käuferpotential abschätzen lassen, wenn auch immer mit
eingeschränkter Genauigkeit und entsprechender
Unsicherheit, auf Seiten der Anbieter wie auf Seiten der
Nachfrager.
Weitere Ebenen lassen sich angeben, die sich von den
vorhergehenden im Grad der Eindeutigkeit unterscheiden
und besonders auf den Umstand abzielen, daß es sich bei
den Anwendern neuer Technologien um bewußte Menschen
handelt. Darunter ist die soziale, die politische und vor
allem die kulturelle Ebene als wichtig hervorzuheben.
Während auf der technischen und ökonomischen Ebene eine
weitgehende Einschränkung der Freiheitsgrade
vorherrscht, (es gibt kaum Möglichkeiten für subjektive
Variationen) ist auf den letzteren Schichten der Test
nicht im Sinne der Vorgängerebenen anwendbar. Kann man
hier einfach die Frage nach der sozialen Verträglichkeit
stellen? Wird sich eine Kleingruppe für die
entsprechende Technologie entscheiden und sie einführen?
Ist die Technologie politisch durchsetzbar? Welche
Gruppen, Organisationen, Interessensbündel könnten mit
welchen theoretischen Folgen rechnen? Wie ist das Feld
der Macht strukturiert, in dem die neue Technologie zur
Anwendung gelangen soll? Auf der kulturellen Ebene
können einerseits mögliche Anwendungsmodelle zur
Nachahmung angeboten werden, die bereits anderswo erprobt
wurden, aber genauso auch neue Varianten, die im
Wissenschaftssystem ausgeheckt wurden. Zusätzlich
besteht immer auch die Möglichkeit einer
"echten" Neuerung ohne Vorgänger. Tatsächlich
wird eine bestimmte Form der Anwendung von neuer
Technologie immer Elemente des Neuen wie des Tradierten
aufweisen. Zumal es sich gerade bei den Neuen Medien um
weitgehend gestaltbare Systeme und nicht mehr um
punktuell eingesetzte Technologie, wie etwa eine
Dampfmaschine der industriellen Revolution, mit wenig
Freiheitsgraden der Gestaltung handelt. Die hier
angedeuteten Fragestellungen sollen darauf aufmerksam
machen, daß zwischen den letzteren Bereichen zirkuläre
Beziehungen bestehen. Die einzelnen Bereiche sind nicht
voneinander unabhängig zu denken. Letztlich müssen
Manager, die über die Einführung einer Technologie
entscheiden, alle Bereiche gleichzeitig berücksichtigen,
wodurch abzusehen ist, daß sich immer auch ein nicht
rationaler Rest in die Entscheidung einschleichen wird
und eine bestimmte Zufälligkeit unvermeidbar ist.
Trends im Umfeld der
Neuen Medien
Soweit einige allgemeine
methodische Überlegungen. Nun müssen wir aber zur
Beschreibung in concreto fortschreiten und nach den
zeitgenössischen Trends im sozio-ökonomischen und
kulturellen Umfeld fragen. Werfen wir einen kurzen Blick
auf unsere gegenwärtigen Rahmenbedingungen: Aus der
Sicht der Wirtschaft konstatieren wir durch Ostöffnung
und EU-Beitritt sowie durch die erstarkenden
Schwellenländer der Dritten Weit Schübe der
Globalisierung der Produktion und der
Internationalisierung der Märkte. Wir erleben eine
Verschärfung des wirtschaftlichen Wettbewerbs, einen
Druck, immer neue Technologien zu entwickeln (was
erhöhte Anforderungen an das Bildungswesen und die
Wissenschaften stellt) und in Arbeit und Freizeit
einzusetzen (was einerseits Arbeitsplätze vernichtet,
andererseits die Möglichkeit zur Schaffung neuer Jobs
bietet - leider in den deutschsprachigen Ländern nur in
geringem Umfang). Gleichzeitig wirken Sparpakete, Steuer-
und Gebührenerhöhungen, reduzierte Sozialleistungen
dämpfend auf das Wirtschaftswachstum und erhöhen die
Sorge um den Arbeitsplatz. Vorurteile in der Bevölkerung
gegen Ausländer und Randgruppen verstärken sich. Die
Gefahr von fremdenfeindlichen Aktionen wächst. Ab und zu
hört man wieder Rufe nach dem "Starken Mann".
Der Eigennutz gewinnt Oberwasser gegenüber solidarischem
Verhalten. Der Staat spart um jeden Preis und die Folgen
für die Universitäten bleiben nicht aus. Diese
Entwicklung kann man zwar bedauern, sie wird aber für
die nächsten Jahre prägend bleiben, wenn die
Maastricht-Kriterien als Voraussetzung für die
Währungsunion erfüllt werden sollen.
Neben diesen Trends auf der Makro-Ebene, zeigen sich auch
auf der speziellen Ebene der Wissensproduktion und
-anwendung seit geraumer Zeit neue Muster, also schon vor
dem massenhaften Auftreten neuer elektronischer Medien.
Sozialwissenschaftler wie Gibbons konstatieren, daß
neben dem traditionellen, das auf einer scharfen Trennung
der Disziplinen beruht (Mode 1) -wonach es für Forscher
hinreichend erschien, sich innerhalb eines Feldes
abzuarbeiten - eine neuere Form (Mode 2) auftritt. Sie
ist problemorientiert und multidisziplinär angelegt,
wird von Akteuren mit unterschiedlichen Interessen
durchgeführt, von vielfältigen Sponsoren
(öffentlichen, privaten oder private- public
partnerships) unterstützt und kann sich in den
unterschiedlichsten Formen als Ergebnis niederschlagen.
(übliche papers, Bücher, Hypertexte, CDs, CD-ROMs,
Videos, Theaterstücke usw.)
Analoges gilt im Bereich der Verwaltung, wo wir sehen,
daß die traditionelle Form der Verwaltung, wie sie noch
von Max Weber überschwenglich als "rationalste Form
der Herrschaftsausübung" gelobt worden ist,
kontrastiert wird durch flachere Organisationsformen. Es
gibt heute Anzeichen, daß der EDV-Einsatz in den
Betrieben und damit auch in den Organisationen des
Wissenschafts- und Bildungsbereiches seine Wirkung sowohl
auf die Effizienz, als auch auf die Organisationsstruktur
zu entfalten beginnt. Bei einzelnen Unternehmen wird die
Anzahl der Hierarchieebenen wesentlich reduziert. Das
Management reagiert entsprechend mit neuen Konzepten, die
Anleihen bei der System-, Informations- und
Evolutionstheorie nehmen, um die steigende Komplexität,
Vielfalt und Unsicherheit der gegenwärtigen
Arbeitsaufgaben zu bewältigen.
Potentiale der Neuen
Medien
Nach diesen kurzen
Hinweisen auf den gesellschaftlichen Rahmen, können wir
uns den Potentialen nähern, die sich durch neue
Informations- und Kommunikationstechnologien auftun. Ein
ganz wesentlicher Vorzug dieser Technologien ist die
Senkung der Transaktionskosten. Nach dem
Transaktionskostenansatz, der im englischsprachigen
Wissenschaftsraum seit den 60er Jahren innerhalb der
Organisationsökonomie, als Kritik der Neoklassischen
Wirtschaftstheorie mit ihren Annahmen der vollständigen
Konkurrenz und der vollständigen Information entstanden
war, ist nicht nur der direkte Preis einer Ware oder
eines Dienstes für das Zustandekommen einer
ökonomischen Aktivität relevant, sondern auch alle
anderen Aufwendungen, die für das Zustandekommen einer
wirtschaftlichen Transaktion anfallen. Die
Transaktionskosten müssen bei diesem Ansatz nicht die
Form von Geld haben. Sie können sich auch in einem
veränderten Arbeitsaufwand oder einer unterschiedlichen
Qualität der entsprechenden Aktivität ausdrücken, etwa
bequemer für die Nutzer sein. Eventuell wären daher die
transaction costs, besser mit Transaktionsaufwand zu
übersetzen.
Es ist ziemlich sicher, daß sich durch die neuen 1 &
K-Technologien, die laufenden monetären Informations-,
Kommunikations- und Organisationskosten stark reduzieren
lassen. Ein Vergleich zeigt etwa, daß bei Einsatz von
e-mail zur Übertragung einer Nachricht eines bestimmten,
nicht zu geringen Umfangs anstelle von FAX (bei einer
entsprechend hohen Telefongebühr) die Kosten auf rund 1
Prozent der FAX-Kosten gesenkt werden können. Die
Verbilligung stellt dabei aber nur einen, wenn auch
wichtigen Teil der Kostensenkung dar:
Kommunikationsaktivitäten (wie das Vorbereiten, Senden,
Empfangen und Interpretieren von Nachrichten zwischen
zwei oder mehreren Parteien), Koordinationsaktivitäten,
etwa bei Konsensfindung (Gestaltung, Diskussion, Revision
und Erzielung von Zusammenarbeit), Planung (Herstellung
von Übereinkünften bezüglich Zeit und Ort gemeinsamer
Tätigkeiten und Nutzung von Ressourcen) oder
Entscheidung (Schaffung von Verhaltensregeln, Verteilung
von Vorschlägen, Aggregation von Präferenzen) lassen
sich bequemer durchführen. Informationsaktivitäten, wie
das Suchen (Feststellung von Bedürfnissen, Bewertung und
Lokalisierung von Ressourcen), Verarbeiten (Filtern,
Speichern und Verändern von Informationen) und
Interpretation (Verifikation, Analyse und Management von
Informationen) sind sowohl was den Zeitaufwand wie auch
das zur Verfügung stehende Datenmaterial betrifft, also
hinsichtlich Qualität und Quantität, wesentlich
günstiger durchführbar als vorher. Berücksichtigen wir
nun gleichzeitig die Notwendigkeit des Sparens auf der
makro-ökonomischen Ebene, den Druck zur Erhöhung der
Forschungsproduktivität, die Möglichkeit veränderter
Stile in der Wissensproduktion, in den
Organisationsformen unserer Forschungseinrichtungen und
in deren Management, bei gleichzeitiger Senkung des
Transaktionsaufwandes, so können sich interessante
Varianten für den zukünftigen Forschungs- oder
Bildungsprozeß ergeben, der immer auch ein
Informations-, Kommunikations- und Organisationsprozeß
ist.
Varianten der
Gestaltung
Unter den angedeuteten
Rahmenbedingungen haben die neuen Technologien nicht nur
negative Seiten. Sie lassen sich durchaus kreativ für
die Wissensproduktion und -aneignung einsetzen.
Allerdings nicht unbedingt in den settings der
traditionellen Lern- und Lehrformen. Davon könnten
einige obsolet werden:
- Die Universität
oder die Schule als einziger Lernort haben
ausgedient, da mit PCs und in Zukunft mit NCs
(Netzwerk-Computer) von der Wohnung, in einigen
Jahren wahrscheinlich auch von jedem Ort der Erde
über Satelliten, mobil mit dem weltweiten
elektronischen Netz kommuniziert werden kann.
- Die verstärkte
Bedeutung des Individuums, das im Sinne der
Postmoderne auf Selbstverwirklichung und
Selbstorganisation hofft, kann dazu beitragen,
daß Lernen nicht nur in direktem Kontakt,
dyadisch, mit einem Lehrer betrieben wird,
sondern verstärkt eine eigenständige Aktivität
der Einzelnen oder von Gruppen wird.
- Die elektronische
Vernetzung von Fachkollegen und -kolleginnen
durch email läßt "entgrenzte Labors"
entstehen, die nicht mehr an die gemeinsame
physische Anwesenheit gebunden sind. Allerdings
bilden sich je nach Fachbereich oder
Projektanwendung höchst unterschiedliche Formen
der Interaktion aus. In manchen Fällen bleibt
der Bedarf nach physischer Kommunikation durchaus
erhalten.
- Elektronische
Journale ermöglichen es, den Trend zunehmender
Spezialisierung fortzusetzen, ohne an die
ökonomische Grenzen der papiergebunden Journale
(Verringerung der Leserschaft bei traditionellen
wissenschaftlichen Zeitschriften) zu stoßen. Die
Produktionszyklen werden kürzer, die
Qualitätssicherung über peer review bleibt
erhalten. Die weitgehende Anwendung der
Hypertextmethode erzeugt aber auch
Schwierigkeiten, u.a. sowohl bezüglich des
Copyrights als auch wegen der teilweisen
Atomisierung von diskursiven Texten.
- Die
Wissensakquisition muß nicht fremdbestimmt,
durch Drill und Einpauken, vor sich gehen,
sondern kann weitgehend selbstbestimmt erfolgen,
unter flexibler Wahl des individuellen
Arbeitstempos, durch entsprechende Suchmaschinen,
"verteilte intelligente Agenten"
(knowbots) mit Zugang zum World Wide Web oder zu
CD-ROM-Enzyklopädien oder anderen Lernbehelfen.
Allerdings sollte auch die Gefahr nicht
übersehen werden, die in der maschinell
unterstützten Informationsverarbeitung liegt:
Die Agentenkultur könnte auf uns selbst
abfärben.
- Eigenaktivitäten
der Studierenden können - wie bisher schon zum
Beispiel die Fachbereichsarbeit bei der Matura -
von der Universität in stärkerem Umfang als
bisher anerkannt werden, wenn bestimmte
Qualitätsstandards erfüllt sind, auch wenn sie
nicht im Lehrplan stehen.
- Lehrer und
Professorinnen alten Typs werden sich umstellen
müssen, da sie nicht mehr in allen Fragen
gleichzeitig kompetent sein können. Es werden
daher eher "Bildungsmoderatoren" und
"Coaches" sein, die den Wissenserwerb
bzw. die Wissensproduktion unterstützen. Diese
Bildungsmoderatorinnen verfügen über das
Wissen, wie Informationen aus der Fülle des
Angebots herausgezogen, gefiltert und in
sinnvolle Gedankenstrukturen eingebaut werden
können, wie sich Lern- und Erlebnisgruppen
organisieren lassen, wie emotionales und
kognitives Lernen ermöglicht und miteinander
verbunden wird.
Natürlich gibt es auch
im Reich der elektronischen Medien keinen "free
lunch". Den oben genannten Vorteilen stehen Kosten
gegenüber, die in der Praxis gegeneinander abgewogen
werden müssen. Um nur einige zu nennen: die Kosten des
Netzwerkzugangs, die Kosten der computer-literacy, die
Kosten für die Neuorientierung der Bildungsmoderatoren
und der nötigen physische Veränderungen unserer
Bildungs- und Forschungsstätten. Überdies darf nicht
vergessen werden, daß die soziale Komponente der
Individuen, die Fähigkeit zur Kooperation, die
Entfaltung der emotionalen Basis für die Individuen der
Zukunft besondere Bedeutung behalten, ja noch wichtiger
werden als bisher, da die wachsende Vereinzelung auch die
Gefahren der Isolation und singulärer Verhaltensweisen
mit sich bringen. Daher sind soziale Kompetenz und
emotionales Lernen unverzichtbare Bestandteile des
Unterrichts der Zukunft. Erst dadurch könnte in der
zukünftigen Informationsgesellschaft eine neue Balance
zwischen dem geheimen Lehrplan der Computertechnologie,
der Kälte des technischen Mediums und dem unglaublich
rasch anwachsenden Berg von kontextarmen Informationen
einerseits und den kreativen Fertigkeiten von Menschen
andererseits hergestellt werden.
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