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Geld und Finanzmärkte. Eine kommentierte
Zusammenschau der am Symposium vorgetragenen Thesen und
geführten Diskussionen.
"Geld und
Finanzmärkte - Was ist uns das Geld wert?" Unter
diesem Titel wurde vom 9. bis 11. Dezember 1997 ein
Symposium auf Schloss Hernstein abgehalten, das gemeinsam
von Hernstein Thinksite, der "Denkwerkstatt"
des Hernstein International Management Institute und dem
iff, Forschungsgruppe "Alternative Ökonomie",
initiiert und durchgeführt wurde.
Die Teilnahme der
Projektgruppe "Alternative Ökonomie", von
WissenschaftlerInnen aus dem Bereich Ökonomie, von
Unternehmern aus der Praxis und von Journalistinnen
sollte gewährleisten, die Thematik aus den verschiedenen
gesellschaftlich relevanten Perspektiven in den Blick zu
bekommen, Theorie und Praxis zu verbinden und auch die
Medien als Vermittlungs- und somit Gestaltungsinstanz
unserer Gesellschaft miteinzubeziehen. Nicht anwesend -
obwohl eingeladen - waren übrigens Vertreterinnen aus
der Politik. Unter den Unternehmern befand sich keine
Frau.
Zum Ablauf des
Symposiums
Eine interdisziplinäre
Tagung zu veranstalten beinhaltete, sich den
Herausforderungen und Schwierigkeiten interdisziplinären
Arbeitens zu stellen: die komplett verschiedenen
Herangehensweisen der einzelnen Tellnehmergruppen an den
Gegenstand kennen und schätzen zu lernen, das
"Erkunden mit unterschiedlichem Blick" und sich
in den einzelnen Sprachwelten zurechtzufinden - es gibt
keine gemeinsame "interdisziplinäre Sprache".
Die Tagung beanspruchte, ein Stück Modellentwicklung
eines sozialen Designs zu sein; Handlungs- und
Gestaltungsmöglichkeiten im konkreten
gesellschaftspolitischen Umfeld sollten sichtbar und
greifbar werden; vor allem aber sollte es ein
"gemeinsames Nachdenken" sein.
Der Ablauf gliederte
sich in vier Schwerpunkte:
1. Einstimmung in das Thema
2. Die Philosophie des Geldes
3. Die Ökonomie des Geldes
4. Politische Gestaltung
In das jeweilige
Schwerpunktgebiet führten zwei Impulsreferate ein, die
in anschließenden Gruppen bearbeitet und diskutiert
wurden. Die Gruppen setzten sich entweder aus den
Teilnehmergruppen zusammen (Wissenschaftlerinnen,
Praktiker usw.) oder waren gemischte "bunte"
Gruppen. Im Plenum standen die Ergebnisse der einzelnen
Gruppen zur Disposition.
Im folgenden Beitrag
wird der Versuch gemacht, die verschiedenen
Herangehensweisen der TagungsteilnehmerInnen an das Thema
aus der Wahrnehmungsperspektive einer Außenstehenden
genauer zu untersuchen. Als Grundlage diente vor allem
die von den VeranstalterInnen in Auftrag gegebene, über
200 Seiten umfassende Dokumentation des Symposiums, die
auf Basis der Tonbandmitschnitte sämtlicher Diskussionen
erstellt wurde.
Über die Notwendigkeit interdisziplinären Forschens und
Arbeitens besteht kein Zweifel. Welche spezifischen
Qualitäten sind es aber, die die einzelnen Mitwirkenden
(Projektgruppe, ÖkonomInnen, Praktiker, Journalistinnen)
in die Diskussion und die Suche nach alternativen
Gestaltungsmöglichkeiten einbringen? Wie ist ihre Sicht
der Dinge, von woher argumentieren sie?
Damit die Beleuchtung des Argumentationsprozesses
verständlich wird, ist es notwendig, die den jeweiligen
Diskussionsgruppen vorangegangenen Impulsreferate kurz
und thesenartig wiederzugeben. Freilich besteht die
Gefahr, dass die zusammengefassten Beiträge sehr dicht
und in der Argumentation nicht in allem nachvollziehbar
erscheinen könnten. Umso mehr, als es ein
Hauptkritikpunkt nicht weniger Symposiumsteilnehmerlnnen
war, dass einige Referate ein sehr hohes theoretisches
und abstraktes Niveau hatten und teilweise nicht
verstanden wurden.
Worum es hier geht, ist zu zeigen, von welch
unterschiedlichen Seiten Annäherungen an das Thema Geld
und Finanzmärkte stattfanden, und einen Eindruck davon
zu vermitteln, wie ungeheuer komplex sich die Thematik
darstellte.
Impulsreferate -
Kernaussagen
Den Einstieg bildete ein
Referat von Luise Gubitzer, dessen provokanter Titel
"Geld oder Leben" erste kontroversielle
Stellungnahmen hervorrief. Gubitzer verwendet die beiden
Begriffe als Metaphern für den Bereich Finanzmärkte
einerseits und den Bereich Realwirtschaft andererseits.
Realwirtschaft meint alles, was unmittelbar zur
Lebenswelt gehört; im engeren Sinn ist dies die
materielle Versorgung, im weiteren Sinn Lebensqualität,
Alltag, soziale Beziehungen, Natur, Organisches - alle
lebendigen Prozesse.
Im Bereich Geld ist Quantität der vorherrschende
Begriff, das Bestreben, alles quantifizierbar zu machen,
während im Bereich Leben Qualität gesucht wird. Die
provozierende Gegenüberstellung, ausgedrückt durch das
"oder", verweist darauf, dass die monetären
Wirtschaftsinteressen und die materiellen
Lebensinteressen zunehmend in einen Widerspruch geraten;
ganz massiv sichtbar am Problemfeld der zunehmenden
Arbeitslosigkeit. Anders ausgedrückt: Die Dominanz der
Finanzmärkte über die reale Sphäre hat zugenommen.
Gubitzer führt zwei
Ursachenerklärungen dafür an:
- Die Entwicklung
einer Reichtums- und Vermögensökonomie in der
Neuzeit. Durch die Realisierung der beiden
Großprojekte Technologisierung und
Ökonomisierung ist es in den Industrieländern
zur Schaffung eines enormen Güterund
Dienstleistungsvolumens gekommen. Riesige
Vermögen wurden erarbeitet, die aber nicht
entsprechend umverteilt sind.
Ein zunehmender Wandel von Erwerbs- zu
Vermögensinteressen ist feststellbar - ganz im
Sinn der finanzkapitalistischen Vollendung der
neuzeitlichen Transformation. Diese Interessen
werden durch politische Maßnahmen abgesichert.
Ein Beispiel dafür: Einkommen aus Vermögen ist
gegenüber dem Einkommen aus Arbeit steuerlich
begünstigt. Diese Entwicklungen werden unter dem
Begriff des Neoliberalismus subsumiert.
- Die Hierarchie von
Geld über Leben. Geld - und das heißt zugleich
alles Quantifizierbare, Anorganische - wird zum
vorherrschenden Wertmaßstab, was zugleich eine
Abwertung dessen inkludiert, was nicht oder
schwer in Geld messbar ist: die Arbeit am
Lebendigen, sei es die Arbeit mit der Natur
(landwirtschaftliche Arbeit) und mehr noch die
Arbeit mit Menschen (z.B. Pflege),
Beziehungs"arbeit" überhaupt (z.B.
Kindererziehung).
Die Frage und
Herausforderung, die sich als wissenschaftliche und
politische Aufgabe ergibt, lautet: Wie kann die
Beziehung von Geld und Leben neu definiert werden, sodass
die Lebensinteressen der Menschen wieder in den
Mittelpunktrücken?
Peter Heintel knüpfte
im zweiten Referat an die Oberlegungen von Luise Gubitzer
an.
Es ist ein Faktum, dass das ökonomische System in
unserer Gesellschaft alle anderen Systeme (politische,
soziale, religiöse usw.) dominiert, und innerhalb dessen
nimmt wiederum das Finanzsystem die Vormachtstellung ein.
Geld ist zum zentralen Medium unserer Gesellschaft
geworden. Es zeigt sich in drei Grundfunktionen: als
Tauschmittel und Wertmaßstab, an dem alles gemessen
wird; als Ware, Geld selbst kann gehandelt, gekauft und
verkauft werden; als persönliches Eigentum, Besitz,
etwas, das Intimität hat und garantiert -dies steht im
Zusammenhang mit der Entwicklung des europäischen
Individuums.
Diese drei Funktionen
stellen eine Art Trinität dar, ein religiöser Begriff -
passend, weil nach Heintel Geld in der Neuzeit Gott als
zentrales Medium abgelöst hat. Göttliche Prädikate wie
Allmächtigkeit, Unsichtbarkeit, Unsterblichkeit und
Ewigkeit kommen dem Geld zu. Der Charakter der
Abstraktheit prädestiniert es zu Internationalität und
Globalisierung - zu Entgrenzung.
Auf der anderen Seite kann diese Abstraktheit nur
ausgehalten werden, wenn Geld als Medium ontologisiert
und emotionell besetzt wird. Genau das ist geschehen. Der
neuzeitliche Mensch verwirklicht sich im Homo
oeconomicus, der ein egoistisches Individuum darstellt.
Geld ist der Garant für höchstmögliche Freiheit -
alles kaufen zu können - und Sicherheit zugleich; wenn
ich entsprechend Geld zur Verfügung habe, bin ich nicht
mehr auf die Solidarleistungen des Gemeinwesens
angewiesen, Geld gibt die Möglichkeit des absoluten
Setzens meiner selbst (Hegel).
Die modernen
Kommunikationstechnologien haben zu einer unglaublichen
Beschleunigung der finanziellen Transaktionen geführt.
Der Zeit-Wettbewerb wird zu einem immer drängenderen
Faktor. Die in der (Geld-)Wirtschaft geforderte
Beschleunigung entspricht allerdings immer weniger dem
Zeitrhythmus von sozialen Prozessen. Zwischenmenschliche
Kommunikation und demokratisches Aushandeln brauchen
Zeit. Es ist notwendig, hier eine Entschleunigung
einzuleiten.
Ein erster Schritt dazu wäre, Geld von der Verkoppelung
mit Arbeit zu befreien, um Zeit und Raum zu schaffen für
Reflexion, für neue Modellbildung, für Besinnung. Ein
zweiter wäre die Einsicht, dass das Modell
"autonomes Subjekt", das sich vorrangig
ökonomisch definiert - es sieht seine primäre
Selbstverwirklichungsmöglichkeit im Erwirtschaften von
Geldlohn -, im Letzten eine geschichtliche Oberforderung
war und ist.
Philosophie des Geldes
Der erste Referent zu
diesem Thema, Gerhard Schwarz, leitete mit der
Überlegung ein, dass Theorien immer nur für eine
unbestimmte Zeit Gültigkeit haben, Brauchbarkeit zeigen,
ab einem gewissen Zeitpunkt aber in ihr Gegenteil
umschlagen.
Schwarz nimmt Bezug auf die aristotelische Philosophie.
Um das Wesen, die Logik des Geldes zu verstehen, braucht
es den Begriff der Aporie: zwei einander widersprechende
Aussagen, von denen aber entgegen der aristotelischen
Logik beide gültig sind und auch nicht im Sinn Hegels
dialektisch aufgelöst werden können.
Die drei Dimensionen des
Geldes sind im Sinn einer Trialektik zu verstehen: sie
widersprechen und ergänzen einander zugleich. Die erste
Dimension taucht bereits bei Aristoteles auf: Geld als
Tauschmittel. Über den Markt wird der Tausch
organisiert, der Staat sorgt dafür, dass der Markt
funktionsfähig bleibt, indem er Recht spricht,
Rahmenbedingungen setzt. Diese erste Dimension entspricht
dem, was wir unter Realwirtschaft verstehen.
Die zweite Dimension meint Geld als Ware, die Sphäre der
Finanzmärkte. Auch damit hat sich schon Aristoteles
beschäftigt, allerdings ablehnend - weil die
Möglichkeit aus Geld Geld zu machen keine Schranken und
Grenzen hat; sie ist in sich unendlich. Jener Hebel, der
Real- und Geldwirtschaft miteinander verbindet, ist der
Zinsmechanismus. Zins ist der Anfang der Vermehrung des
Geldes durch sich selbst. Realwaren sind endlich, Geld -
ausgedrückt in Zahlen - hat wie diese selbst den
Charakter der Unendlichkeit; es ist ein Abstraktes. Daher
war Aristoteles gegen den Zins.
Und diese Sicht der Dinge wirkte bis in das Mittelalter
hinein, als Zinsverbot. Mit der Einführung des Geldes
als Ware, des Zinses, kam es zu einem ungeheuren
Produktionsschub und zu einer rasanten
Wohlstandsvermehrung. Wir sind heute konfrontiert
mit dem prophezeiten Trieb nach grenzenloser Expansion.
Die dritte Dimension des Geldes betrifft Geld als
Eigentum, als Leben. Diese Dimension geht über den
rationalen Bereich des notwendigen Tausches hinaus. Der
Lust am Geldhaben und Geldvermehren haftet etwas
Irrationales an.
Die drei Dimensionen des
Geldes müssen in Balance gehalten werden, damit unser
Wirtschaftssystem funktionsfähig bleibt. Störungen
treten in Form von Inflation (Geldverminderung durch
Abwertung des Maßstabs), Börsencrashes oder zu hohen
Staatsschulden auf. Innerhalb der Börse sind die drei
Dimensionen des Geldes noch einmal zu finden - sie bildet
sozusagen den Markt der Märkte. In diesem spielt der
Bereich der Erwartungen eine massive Rolle - die
vorweggenommene Zukunft, der Glaube an zukünftige
Gewinne. Ohne diese psychologische Dynamik von Gewinnen
und Verlieren, der Lust am Spielen, am Risiko ist der
Prozess an den Börsen nicht verstehbar.
Erich Kitzmüller
präsentierte einen weiteren Ansatz. Seine Kernthese
besagt, dass in den modernen Gesellschaften Geld als
Gewaltregulierung fungiert. Jene Leidenschaften, die in
religiösen Gesellschaften Verboten unterliegen und in
archaischen Kulturen ritualisiert erscheinen, werden in
der kapitalistischen Gesellschaft ganz bewußt
eingesetzt, um die Produktion voranzutreiben. Es geht um
Leidenschaften, Gefühle wie Gier, Neid, Rivalität, Lust
an Macht und Herrschaft, die auf diese Weise integriert,
gebändigt und sogar fruchtbar gemacht werden.
Das neuzeitliche Wirtschaften in seiner unbegrenzten
Expansion (hervorgerufen durch den Zinsmechanismus und
die Notwendigkeit der Schuldentilgung) hat ungeheuren
Reichtum und Destruktion zugleich hervorgebracht, die
Zerstörung sozialer Beziehungen, die Ausbeutung der
Natur - Schäden, die auch den Charakter von Opferungen
haben. Allerdings sind diese den einzelnen Akteuren nicht
mehr zurechenbar, da alle irgendwie eingebunden sind in
die Anonymität der Dynamik. Das Zerstörerische ist
nicht nur ethisch bedenklich, es zeigt sich als
unästhetisch.
Der neuzeitliche Umgang mit Geld läßt im Letzten nur
die Wahl, entweder zu verdrängen oder verdrängt zu
werden. Ein Anderes hat keinen Platz, es gibt nur siegen
oder verlieren, mehr haben oder weniger haben, der
letztgültige Maßstab ist Geld.
Was oder wie wir begehren, ist auch vom Begehren anderer
abhängig, wir imitieren das Begehren anderer. Das wird
als "Theorie der Mimesis" formuliert. Mimesis -
Nachahmung - ist zentral für das Verständnis unseres
Sozialverhaltens und besonders unseres Konsumverhaltens.
Sie bildet wesentlich den Zusammenhalt unserer
Gesellschaft.
Zu fragen ist, wie mit
den Leidenschaften umzugehen wäre, um ein friedliches,
nicht zerstörendes Wirtschaften zu gewährleisten.
Politisch gesehen gibt es eine weltweit wachsende
Anerkennung und Bevorzugung des demokratischen
Rechtsstaates, der Republik. Wirtschaftlich betrachtet
herrscht Kriegszustand, nicht Anerkennung und Respekt
der/des anderen, sondern Eroberung, Vernichtung,
Verdrängung sind die Kategorien des Umgangs. Im
politischen System wird die Anerkennung der Menschen- und
Lebensrechte der/des anderen als Ermöglichung von
Freiheit interpretiert und verstanden. Warum sollte dies
nicht auch im wirtschaftlichen System möglich sein?
Heute wird unter Freiheit nicht mehr primär politische
Teilhabe verstanden, sondern die Freiheit, nach Belieben
konsumieren zu können. Politische Freiheit ohne
ökonomische Freiheit ist nichts wert. Die Anhäufung von
Geld ist eine entsinnlichte Form der Bereicherung. Geld
ist abstrakt und unsinnlich.
Ökonomie des Geldes
Caroline Gerschlagers
Anliegen war es, als Ökonomin über jene ökonomischen
Theorien hinauszugehen, die Geld als Wert, als Mittel,
also als rein ökonomischen Faktor betrachten, es aber
nicht in seiner medialen Funktion, d.h. in der Art und
Weise, wie es als Strukturprinzip unserer Gesellschaft
fungiert, in den Blick bekommen.
In dieser Theorie ist kein Raum für die Frage nach
politischer Gestaltbarkeit, weil das Funktionieren des
Tausches den ökonomischen Prozessen überlassen bleibt.
Neuer Handlungsspielraum ergibt sich erst, wenn Geld in
seiner medialen Funktion erkannt wird - als etwas, das
wertlos ist, insofern, als es die Bedingung der
Möglichkeit der Wertsetzung ist.
Die Frage, die sich stellt, ist, wie Souveränität
gegenüber diesem Medium erlangt werden kann. Was
bedeutet es, beim Konzept "Geld" selbst
anzusetzen? Das gängige Modell besteht darin, die
ökonomischen Gesetzmäßigkeiten als gegeben hinzunehmen
und die Frage nach der Gestaltung von außen erst im
Nachhinein zu stellen. Die Referentin will aufzeigen,
dass Veränderungen nur möglich sind, wenn innerhalb der
ökonomischen Theorie selbst und ihrer -eingeengten -
Sichtweise von Geld neu angesetzt wird.
Politische Gestaltung
Wilhelm Bergers kurzer
Kommentar beinhaltete folgende Statements: Die politische
Gestaltung von Geld- und Finanzmärkten heißt immer,
sich in Aporien, Widersprüchen vorzufinden und genau
diese zu gestalten. Im Rahmen der Diskussionen wurden, so
Berger, Möglichkeiten systematisch dekonstruiert:
"Uns fehlt jegliche Fantasie zu einer
Alternative" (ein Diskussionsteilnehmer). Was aber
freigesetzt wurde und geblieben ist, das sind moralische
Regulative.
Ina Paul-Horn
konkretisierte weiter. Für eine politische Gestaltung
ist die Neuformulierung eines Wertekanons notwendig. In
der Diskussion sind solche Werte immer wieder
aufgetaucht: Leben - Umverteilung - Demokratisierung -
positive Mimesis - Freiheit - Höflichkeit -
Kleinräumigkeit - internationale Vernetzung - an einen
öffentlichen Raum denken, in dem wir uns alle gelten
lassen. Aber: Wie verlässlich sind diese Werte? Wo
können sie überprüft werden? Ein Raum müsste
eröffnet werden, in dem Meinungsbildung und der Streit
um Entscheidungen, um Qualitäten möglich sind. Es geht
um die Suche nach neuen politischen Formen; die
bisherigen sind überholt, weil überfordert. Politische
Körper bedeuten allerdings Entschleunigung - etwas, das
der Beschleunigungsdynamik der Geld- und Finanzmärkte
diametral entgegenläuft.
Diskussion und
Analyse - wie die einzelnen Telinehmergruppen
argumentieren
Projektgruppe
In dieser Gruppe werden
die Impulsreferate am intensivsten diskutiert. Das ergibt
sich daraus, dass die ReferentInnen zugleich Mitglieder
der Projektgruppe sind. Sie sind mit den vorgetragenen
Thesen vertraut und können unmittelbar daran anknüpfen.
Geld kommt als etwas in den Blick, das sich nicht rein
ökonomisch definieren lässt, sondern eine Fülle
anderer Bedeutsamkeiten mitträgt - kulturbestimmende als
(ersatz)religiöse, soziologische, psychologische,
politische u.a. Einiges Gewicht wird" auf die
philosophisch-religiöse Bedeutung von Geld gelegt. Geld
als Gott der Wirtschaft, das, was die Welt von heute im
Innersten zusammenhält - ohne dass dies den meisten
bewusst wäre. Ehemals theologische Konzepte finden sich
in transformierter Form wieder. Zentral ist das Konzept
der Schuld. Das wirtschaftliche System wird über den
Verschuldungs- und Zinsmechanismus in Gang gehalten.
Es fällt auf, dass in der Diskussion nicht so sehr im
Mittelpunkt steht, wie der Umgang mit Geld organisiert
ist, sondern "was Geld überhaupt ist"; die
klassische Wesensfrage, die noch nicht ganz obsolet zu
sein scheint und hier unerwarteterweise eine Renaissance
erfährt.
In der Projektgruppe befinden sich auch die Anwältinnen
eines "guten Lebens". Die Frage, was es heißt,
gut zu leben, wird als zentral erachtet gegenüber reinen
Effizienzkriterien.
Es wird thematisiert, wieviel die Geldgeschichte mit
Psychologie zu tun hat. Das kapitalistische
Wirtschaftssystem besitzt eine ungeheure
Motivationskraft. "Geld-haben-wollen ist ja ein
Motiv, weil das System so organisiert ist, dass ich Geld
haben muss. Die Frage ist: Wenn ich weiß, welches andere
System ich will, werde ich auch das Motiv finden, mit dem
ich dieses System ankurbeln kann?" Diskutiert wird
auch die Verflechtung von Finanzkapital und
Staatsverschuldung: "Es existiert ein fataler
Zusammenhang. Die Staatsverschuldung hat das
Finanzkapital gefördert. Der Staat hatte aber in Folge
keinen Spielraum mehr, um politisch aktiv zu
werden."
Die Frage nach dem "Ort von Neugestaltung" wird
umkreist: "Eine ganz reale Geschichte ist die
Weltwährung. Für mich ist das eine klare Konsequenz,
wenn man die Privatkapitalisierung wieder aufheben
will." - "Da bräuchte es dann einen
Weltstaat."
Viele Fragen werden aufgeworfen, in den Raum gestellt,
allerdings oft nur kurz berührt, um sich sofort wieder
etwas Neuem zuzuwenden.
Zur Analyse: Der
Facettenreichtum, der in der Diskussion dieser Gruppe
sichtbar wird, ist beeindruckend; das Sprechen ist wie
ein kreisendes Sich-Annähern von allen Seiten mit sich
ständig verändernder Perspektive.
Allerdings wird auch die Kritik der Praktiker (siehe
unten) nachvollziehbar. Im umsichtigen, fragenden
Erwägen von Szenarien scheint jede konkrete
Handlungsmöglichkeit zu entgleiten, sich sofort wieder
in Luft aufzulösen. - Wann ist es für Theoretiker Zeit
zu handeln? An den Börsen wird inzwischen weiter
gehandelt - und über die mitverhandelt, die sich dort
nicht beteiligen.
Der Status quo ist - und das wurde auch von
Teilnehmerinnen selbstreflexiv formuliert -, "dass
wissenschaftliches Arbeiten bislang ein Analysieren war,
Wissenschaftlerinnen aber in keinster Weise darauf
vorbereitet sind, handelnd zu gestalten". Künftig
sind Wissenschaftlerinnen gefragt, die analysieren und
handelnd tätig werden, und PraktikerInnen, die
unternehmerisch und reflexiv zugleich sind. Eine
Neubestimmung der klassischen Berufstypen steht an, um
die anstehenden Gestaltungsaufgaben wahrnehmen zu
können.
WissenschaftlerInnen
Unter ihnen befinden
sich systemkritische ÖkonomInnen und neoklassisch
ausgerichtete, die das freie Spiel der Marktkräfte als
vorrangig betrachten. Kritische ÖkonomInnen werfen ein,
dass die "ganze Erkenntnistheorie der ökonomischen
Theorie weitgehend mechanistisch ist, nicht auf
Lebensprozessen basiert, und dass die Selbstorganisation
der Märkte sehr projektiv abgehandelt wird und nicht auf
der realen Basis des ökosozialen Kontextes". Oder:
"Die Ökonomen analysieren, was in der Wirtschaft
geschieht, aber hinterfragen nicht die Folgen."
Dem Kapitalismus sei es gelungen, "einen neuen
Menschen zu erschaffen, den Menschen mit kapitalistischer
Logik". "Wenn sie einen Pornofilm produzieren
und eine Million Schilling verdienen, stehen sie heute
gesellschaftlich besser da, als wenn sie ihre Mutter
pflegen und ihr Leben um zwei Jahre verlängern."
Die pragmatische Antwort eines Praktikers im
anschließenden Plenum: "Es könnte immerhin sein,
dass ein Pornofilmer, der soviel Geld verdient hat,
besser für seine alte Mutter sorgen kann. Geld haben
oder nicht ist eine sehr wichtige Frage."
Andere bestehen darauf, dass die positive Funktion der
Finanzmärkte gesehen und verstanden wird. "Wenn die
Nachfrage zurückbleibt, bietet der Finanzsektor eine
Ausweichmöglichkeit, indem man statt in den Realsektor
in den Finanzsektor investiert", und "wenn
zuviel im realen Sektor investiert wird, werden
unrentable Projekte finanziert. Das wird vermieden, indem
man in die Finanzmärkte investiert." Darüber
hinaus bliebe zu bedenken: "Warum ist das freie
Kapital dem Staat überlegen, wenn es um die Realisierung
großer Projekte geht?" Breiten Raum nimmt in der
Diskussion die Eigentumsdebatte ein. Verschulden könne
sich nur, wer Eigentümer ist. Die einschneidende
Veränderung, die sich vom Mittelalter in die Neuzeit
ergeben habe, ist "die Abschaffung der Sklaverei,
der Leibeigenschaft per politischer Entscheidung".
Die Konsequenz davon ist, dass "mit jedem
neugeborenen Kind ein neuer Eigentümer in die Welt
gesetzt wird, mit dem Minimum des Eigentums an sich
selbst". Das bedeutet eine entscheidende
Veränderung. Mit dem Eigentum an sich selbst ist die
Arbeitsfähigkeit gemeint. Sie ist unverpfändbar. Für
soziale Gerechtigkeit scheint gerechte
Eigentumsverteilung unverzichtbar zu sein.
Allgemeine Zustimmung findet das Argument, daß
"durch die verstärkte Dominanz der Finanzmärkte
die Politik in eine untergeordnete Rolle gerät".
Die Auswirkungen dessen könnten "einerseits negativ
bewertet werden, da dies einen Demokratieabbau bedeutet;
andererseits positiv, da dort, wo die Politik versagt
hat, über die Finanzmärkte die notwendige Effizienz
wieder eingeführt wird".
Zur Analyse: Die meisten
Wissenschaftlerinnen zeigen sich bemüht, die Enge ihres
eigenen Fachgebietes zu überschreiten, sich für
gesamtgesellschaftliche Perspektiven zu öffnen. Von
neoliberaler Warte aus ist dieses Bemühen nicht
sichtbar, von hier wird sogar der Vorwurf - in nicht sehr
feiner Wortwahl - formuliert, dass die Vortragenden aus
der Projektgruppe von ökonomischen Theorien überhaupt
nichts verstehen würden.
Letztlich kann jede Wissenschaft, und so auch die
Ökonomie, nur redlich und relevant bleiben, wenn sie nie
außer Acht lässt, dass jede wissenschaftliche
Perspektive und Gegenstandsbildung die Wirklichkeit nur
unter einem bestimmten Aspekt erfasst und dass aus dieser
partikulären Perspektive nicht über das Ganze des
menschlichen Zusammenlebens entschieden werden kann. Die
Subsumierung allen Lebens unter rein ökonomische
Gesichtspunkte ist eine Form der Gewalt.
Die herrschende Ökonomie erfährt eine hohe
gesellschaftliche Akzeptanz, vielleicht deshalb, weil sie
allein die Aufrechterhaltung eines hohen materiellen
Lebensstandards zu gewährleisten scheint - etwas, das in
einer säkularisierten Gesellschaft unverzichtbar ist als
Garant für Glück und Wohlbefinden.
Journalistlnnen
Die wenigen anwesenden
Medienleute entscheiden sich dafür, nicht als
einheitliche Gruppe zu diskutieren, sondern sich
aufzuteilen und den Diskussionsprozess in den
Akteursgruppen zu verfolgen.
Diejenigen unter ihnen, die über kein ökonomisches
Fachwissen verfügen, beklagen die Unverständlichkeit
der Referate. Sie pochen vehement auf Verständlichkeit
und Transportierbarkeit des Gesagten. Zudem kommt der
Vorwurf der "Weitfremdheit" mancher
ökonomischen Definitionen, beispielsweise jener der
Armut: "Arm ist, wer sich nicht verschulden
kann." -"Einem armen Menschen am Wiener Gürtel
kann ich das erzählen, und er wird mich auslachen. Armut
hat wesentlich mehr Dimensionen."
Andererseits gibt es auch selbstkritische Reflexion
-"Es ist auch Aufgabe der Journalisten, nicht nur
mit Vorgekautem gefüttert zu werden" - und die
Einsicht, ein anderes Selbstverständnis wahrzunehmen:
"Die Aufgabe der Medien ist auch, neue Bilder an die
Öffentlichkeit zu bringen."
Von der Seite der WissenschaftlerInnen wird den
Medienleuten Ungeduld und die mangelnde Bereitschaft,
sich in Neues einzuhören, attestiert. Die Forschung der
Alternativökonomie zum Thema Geld und Finanzmärkte
befindet sich inmitten eines Prozesses, der noch keine
fertigen Lösungen anbieten kann. Die gängige Erwartung
an die Medienberichterstattung ist allerdings die, klar
und lösungsorientiert zu sein: "Keine Fragezeichen
im Text."
Zur Analyse: Die
Medienleute beharrten zu Recht auf einer möglichst
klaren und verständlichen Sprache, zumal es sich bei
diesem Thema um eines handelt, das alle
Bevölkerungsschichten involviert.
Das Unverständlichkeitsdilemma der Wissenschaften ist
sattsam bekannt. Vielleicht bietet einen Ausweg, was der
Philosoph Günter Pöltner in seinem Aufsatz "Ober
die Möglichkeit und Notwendigkeit eines
interdisziplinären Gesprächs" mit Rekurs auf die
"lebensweltliche Erfahrung" meint, die der
gemeinsame Ausgangsort allen Forschens und zugleich
bleibender Horizont ist. "Die Wissenschaft muß ihre
Ergebnisse, auf welch komplizierten und verschlungenen
Wegen auch immer, letztlich auf ein lebensweltlich
zugängliches Datum zurückbeziehen. ... Und schließlich
begründet dieser Rückbezug die (positive oder negative)
Relevanz wissenschaftlicher Ergebnisse für die
Lebensgestaltung des Menschen."
Andererseits muss sich auch die Medienwelt der Tatsache
stellen, dass wir in einer Weit leben, in der die alten
Fundamente brüchig geworden sind und es auf die neuen
Fragen noch keine fertigen Antworten gibt. Warum sollte
den KonsumentInnen der Medien die Prozesshaftigkeit und
die Umbruchssituation, in der wir uns befinden, nicht
zugemutet werden können? Warum sollte nicht genau sie
formuliert werden, was bedeuten würde, alle auf eine
demokratische Weise in einen Neuorientierungsprozess
einzubinden und teilhaben zu lassen.
Praktiker
In der Gruppe der
Praktiker steht die Diskussion über die Funktionalität
des wirtschaftlichen Systems im Mittelpunkt. Dass genau
diese Funktionsweise zunehmend Probleme aufwirft, wie sie
in den Impulsreferaten zur Sprache kommen, ist nicht für
alle unmittelbar evident, sondern muss deutlicher
analysiert und gezeigt werden, wie z.B. das Problem der
Umverteilung.
Ihrer Ansicht nach haben Geldwirtschaft und Finanzmärkte
wesentlich zur "Produktion von Wohlstand"
beigetragen, ohne sie "wären wir um vieles
ärmer«'. Kapitalismus, Geld und Finanzmärkte sind
"an sich gut", sogar "hervorragend",
da "sie es schaffen, die Peitsche der Effizienz zu
sein, die Wirtschaft zu Höchstleistungen
anzuspornen". Dass es auch Wohlstandsverlierer und
Umverteilungsprobleme gibt, wird nicht negiert, erscheint
aber eher als unangenehme, nicht vermeidbare
Begleiterscheinung, ähnlich wie bei der Einnahme von
Medikamenten, oder: Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Damit die Geldwirtschaft und die Finanzmärkte überhaupt
in Frage zu stellen, ist für die Praktiker nicht
gerechtfertigt, zumal "nirgends eine bessere
Alternative in Sicht ist und es historisch gesehen auch
keine gegeben hat".
Es wird ein gewisses Unbehagen darüber artikuliert, dass
sich die Prozesse der Finanzwirtschaft zu
verselbständigen drohen: "Mir sind die Geldmärkte
langsam unheimlich, wie sie sich abkoppeln von den
Realmärkten und in Richtungen gehen, die ein Vielfaches
von Geldumsätzen in den Realmärkten sind." Der
Besen, den er rief, wird dem Zauberlehrling unheimlich.
In der Gruppe werden die systemimmanenten Probleme
lebhaft diskutiert; Maßnahmen, die Verbesserungen
bringen könnten, z.B. Steuerreformvorschläge, werden in
ihren Konsequenzen systematisch durchgespielt. Es gibt
den Anspruch, einen ergebnisorientierten Diskurs zu
führen und zentrale Kernpunkte aufzulisten. Auffallend
ist, dass jenes Prinzip, das den Praktikern in ihrer
täglichen Berufspraxis abverlangt wird, nämlich
Effizienz, auch in der Diskussion vorherrschend ist, in
der Weise, wie diskutiert und gearbeitet wird.
Den Wissenschaftlerinnen wird vorgeworfen, daß sie allzu
sehr in einer "theoretischen Sauce" schwimmen
würden und die alltägliche Erfahrung der Praktiker, das
Vertrautsein mit dem System, nicht genügend ernst nehmen
würden. Es geht sogar soweit, dass sich Praktiker
fragen, wozu sie überhaupt zu die sein Symposium
eingeladen wurden: Ihr braucht uns ja gar nicht."
Von Seiten der Wissenschaftlerinnen wird bemängelt, dass
einige der Praktiker nicht einmal die zur Vorbereitung
empfohlene Literatur gelesen haben.
Zur Analyse: Es wurde
zuwenig anerkannt, dass genau auf Basis des von
Praktikern Erwirtschafteten theoretische Reflexionen und
ein Symposium dieser Art überhaupt erst möglich sind.
Praktiker sind auch der Garant dafür, dass das System
weiterbesteht, das Rad der Produktion weiterläuft,
während Theoretiker innehalten, um sich der
"Schau" (theoria), der Reflexion widmen zu
können. Der alte abendländische Dualismus von Theorie
und Praxis findet seinen Niederschlag. Im aristotelischen
Modell kommt dem Vollzug der theoria eine höhere
Bewertung zu als dem der Praxis. Fühlt sich die theoria
der Praxis auch heute noch immer überlegen? Das
Symposium hat gezeigt, dass dieser Dualismus noch nicht
überwunden ist und der Neubestimmung bzw. Transformation
harrt.
Vielen Praktikern hingegen fällt es offensichtlich
schwer, aus der Funktionalität des Systems ein Stück
weit auszusteigen. Es wird zu wenig reflektiert, ob das
reibungslose Funktionieren des Systems wirklich ein
ausreichendes Kriterium ist und dass bloßes
Funktionieren kein "gut [eben" für alle
gewährleistet.
Resümee
Aus der Charakteristik
der Teilnehmergruppen wird ersichtlich, dass sich die
Hauptkontroverse des Symposiums daraus ergibt, dass die
einzelnen Teilnehmergruppen sehr verschiedene Interessen
verfolgen und mit ganz unterschiedlichen Erwartungen an
die Tagung herangegangen sind.
Es hat den Anschein, dass diese grundlegenden Differenzen
im Vorfeld der Veranstaltung zu wenig bewusst gemacht und
thematisiert worden sind. Welcher ist mein Ausgangsort,
welcher ist mein Platz im System und welche Auswirkungen
hat das auf die Herangehensweise an das Thema?
Wenn ein Symposium beansprucht, nicht nur der
Theoriebildung und Reflexion zu dienen, sondern
"Modellentwicklung eines sozialen Designs" zu
sein, wird es zukünftig notwendig sein, alle
Teilnehmergruppen in gleichberechtigter Weise
miteinzubinden; konkret hieße das z.B., dass
Impulsreferate aus allen Reihen kommen und nicht
ausschließlich von der Projektgruppe, also von
wissenschaftlicher Seite. Allen Teilnehmerinnen muss
gleich viel Raum - und Zeit - für ihre Selbstdarstellung
und die Darstellung ihrer Sicht der Dinge, ihrer
Erfahrung zugestanden werden.
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