Bildungsbiografien und Wissenstransfers | Studierende der Universitaet Wien vor und nach 1938

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THEMENSTELLUNG | FOKUS UND ZUGÄNGE

Nach dem sogenannten "Anschluß" Österreichs an Nazi-Deutschland im März 1938 wurde eine große Zahl von Studierenden der Universität Wien als Jüdinnen und Juden (nach den Kriterien der NS-Rassengesetze) oder aus politischen Gründen von der Möglichkeit des Weiterstudiums ausgeschlossen. Aber auch schon vor 1938 war Antisemitismus ein verbreitetes Phänomen an österreichischen Univesitäten.

Fokus unserer Forschungsbemühungen sind Erfahrungen und Biografien von Studierenden der Jahre vor und nach 1938 sowie Bildungs- und Wissenschaftskulturen an der Universität Wien in diesem Zeitraum. Perspektiven und lebensgeschichtliche Erfahrungen von Studierenden die im Nationalsozialismus als Jüdinnen und Juden und/oder aus anderen Gründen verfolgt und vertrieben wurden und von jenen, die nicht zu der Gruppe der Verfolgten zählten, werden vergleichend analysiert.

In einer biographischen Perspektive werden anhand von Fragebögen sowie lebensgeschichtlichen Interviews mit damaligen Studierenden Bildungs- und Lebenswege erforscht und beschrieben. Zu 1938 verfolgten und vertriebenen Studierenden bestehen eine Reihe von persönlichen Kontakten, die im Rahmen des abgeschlossenen Forschungsprojekt „‘Arisierung‘, Berufsverbote und ‚Säuberungen‘ an der Universität Wien. Ausschluss und Vertreibung ‚rassisch‘ und/oder politisch oder in anderer Weise verfolgter Studierender 1938/39“ entstanden sind. Kontakte zu weiteren verfolgten wie auch zu nicht verfolgten StudienkollegInnen werden derzeit aufgebaut.

In einer institutionengeschichtlichen Perspektive werden lebensgeschichtlichen Erzählungen und archivarische Überlieferungen verbunden und gegebenenfalls konfrontiert. Unser Interesse gilt dabei nicht zuletzt den institutionellen Erinnerungs- und Nichterinnerungskulturen in den Jahrzehnten nach 1945. Insbesonders werden Formen des Umgangs mit vertriebenen und verfolgten Studierenden der Unibversität nach 1945 untersucht.