Veranstaltungen - Grammatiken des Ausstellens  



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Grammatiken des Ausstellens (Workshop)
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Museums und Ausstellungspolitik (Tagung)
Die Macht der Anordnung (Symposium)
 






"Grammatiken" des Ausstellens


Weiterbildung, Workshop, 22.-23. Juni 2002, IFF | Wien

"Grammatiken" des Ausstellens. Kulturwissenschaftliche Analysemethoden musealer Repräsentationen Workshop
veranstaltet von der AG theoretische & angewandte Museologie/IFF (Konzeption und Durchführung: Roswitha Muttenthaler, Regina Wonisch) und Museum im Kopf mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Verkehr und der Kulturabteilung der Stadt Wien

Bei der Analyse von Ausstellungen bleibt ihr medialer Aspekt - also auf welche Weise über visuelle und schriftliche Zeichensysteme Aussagen getroffen werden - oft unberücksichtigt. Aufgrund der Komplexität der Verfahrensweisen beim Ausstellen ist ein adäquates methodisches Instrumentarium erst in Entwicklung. Dabei scheint es zielführend, Analysemethoden, die diverse Disziplinen für Text und Bildmedien bereits anbieten, auf das Medium Ausstellung umzulegen.

Im Rahmen des Workshops wurde dies anhand der drei Ansätze - Semiotik, Literaturwissenschaft und Psychoanalyse - diskutiert und erprobt. ExpertInnen der drei Disziplinen wurden eingeladen, ihr spezifisches Instrumentarium zu präsentieren und an einem konkreten Ausstellungsbeispiel gemeinsam mit den TeilnehmerInnen anzuwenden: Jana Scholze stellte eine semiotische Analyse (Denotation, Konnotation, Metakommunikation) vor, Karl-Josef Pazzini beschäftigte sich mit psychoanalytischen Zugängen und Sabine Offe offerierte eine literaturwissenschaftliche Methode (syntagmatisches und paradigmatisches Achsenmodell). Für jeden methodischen Zugang stand ein halber Tag zur Verfügung. Die ExpertInnen boten jeweils eine kurze Einführung in den methodischen Ansatz. Der Schwerpunkt lag jedoch bei der Analyse ausgewählter Ausstellungsdisplays im Museum für Völkerkunde Wien in Form von Workshops. In einer abschließenden Diskussion wurden die einzelnen Methoden und Zugänge zusammengeführt und verglichen.

Indem Interdisziplinarität und Selbstreflexivität wesentliche Elemente waren, die den Prozess der Methodenfindung anleiten, verstanden wir den Workshop auch als einen Beitrag für eine verstärkte Methodendiskussion im Rahmen der Cultural Studies.


Zielpublikum waren im Museums- und Ausstellungsbereich Tätige und generell mit visuellen Medien arbeitende Personen. Die Anzahl war auf 15 Personen begrenzt . Aufgenommen wurden im Museums- und Ausstellungsbereich Tätige und an Visual Culture Interessierte sowie ProjektmitarbeiterInnen des FSP Cultural Studies. Zur Vorbereitung erhielten die TeilnehmerInnen einen Reader mit einschlägigen Texten (Sigmund Freud, Roman Jakobson,arl-Josef Pazzini, Peter Widmer, Jana Scholze, Roland Barthes, Ian Hodder, Kryszto Elmar Holenstein, Volkhard Knigge, Kf Pomian und Christopher Tilley).

Vgl. die Publikation: Roswitha Muttenthaler, Regina Wonisch: Grammatiken des Ausstellens. Kulturwissenschaftliche Analysemethoden musealer Repräsentationen. In: Christina Lutter, Lutz Musner (Hg.): Kulturstudien in Österreich. Wien 2003, S.117-133


ReferentInnen

Sabine Offe: Studium der Germanistik und Romanistik. Seit 1989 wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Bremen, Studiengang Religionswissenschaft/-pädagogik, Arbeitsbereich Jüdische S Bundesländern. Gedächtnisorte in Bremen Kooperationsprojekte, kommunale Aktivitäten: Planung und Durchführung von Veransttudien, Gedächtnisgeschichte, ästhetische Repräsentation. Laufende Projekte: Jüdische Museen. Repräsentationsweisen von Kulturen im Museum. Ehemalige Synagogen in den Neuenaltungsreihen und Ausstellungen (1997 'Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944', u.v.m.)

Karl-Josef Pazzini: Studium der Philosophie, Theologie, Erziehungswissenschaft, Mathematik und Kunsterziehung, Psycho-analytische, gruppendynamische und gruppentherapeutische Ausbildung, seit 1982 in eigener psychoanalytischen Praxis tätig, seit 1993 Professur für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der ästhetischen Erziehung an der Universität Hamburg. Publikationen zu Alltagsästhetik, Sinnlichkeit, Körper, Psychoanalyse, Kunst, Kunstvermittlung, Museum, Bildung. Arbeitsschwerpunkte: Psychoanalyse und Museum, Ästhetische Bildung, Fragen der Darstellbarkeit von Wissen - Lehre in Bezug auf Kunst, Aggressivität der Lehre, Lehre und Eros, Unsinn, Funktion des Vater - Krise der Institutionen - Konzeption von Unterrichtsmaterialien für Kunstpädagogen auf Video, CD-ROM und im Internet.

Jana Scholze: Studium am Institut für Museologie in Leipzig, an der Hogeschool voor de kunsten, Reinwardt Academie Amsterdam, Studium der Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin und Aufbaustudium Semiotik an der TU Berlin; 1997-2002 Doktorandin der Technischen Universität Berlin, Arbeitsstelle für Semiotik mit einer Arbeit zur semiotischen Analyse von Ausstellungen; Studienaufenthalt an der University of Leicester, Department of Museum Studies. Ausstellungen: 2000-2001 'Unbekanntes Paradies' (Projektleiterin der Ausstellung zur Archäologie von Bahrain); 1998-999 'Fortschritt, Norm und Eigensinn' (Cokuratorin); 1995-1996 Industriemuseum Engelskirchen (Ausstellungsmitarbeit)








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