Schreibwerkstatt - Museum | Fiktion

Idee und Konzept
Museum | Fiktion
Museum | Gewalt
Museum | Differenz | Vielfalt
Museum | Wissen | Wunsch
Museum | Raum
Museum | Intervention
Museum | Blick


Denk- und Schreibwerkstatt, Drosendorf, 1.-7. Juni 2009

Museum | Fiktion


Das Verhältnis von Museum und Fiktion ist im Spannungsfeld zwischen dem landläufigen Bild des Museums als einer zentralen gesellschaftlichen Bildungseinrichtung und der strukturellen Blindheit der Museen gegenüber den eigenen institutionellen Traditionen und musealen Praktiken, die auf unterschiedlichen Formen der Fiktionalisierung beruhen, angesiedelt.
Museen befinden sich im Zwischenbereich von Wissenserwerb, ästhetischem Erlebnis, Symbolisierung, Repräsentation und Unterhaltung. Zwar halten Museen und Ausstellungen vielfach am Bild wissenschaftlicher Autorität und Objektivität ihrer Präsentationen fest. Eine These, woher Museen ihre Autorität beziehen, ist die Sichtbarkeit, die Evidenz der Objekte, die sie unangreifbar machen. Man könnte es auch den „Effekt des Realen“ nennen, der auf der Illusion beruht, dass den authentischen Objekten gleichsam „wahre Geschichte“ anhaftet. Dadurch tritt der artifizielle Charakter der Tätigkeitsfelder „Sammeln, Bewahren, Erforschen, Vermitteln und Ausstellen“, die erkenntnistheoretischen aber auch subjektiven Zuschreibungen und Bewertungen unterliegen, in den Hintergrund. Dennoch gerät die Frage nach deren fiktionalen Anteilen langsam in den Blick, etwa in der Frage von Deutungsmacht und AutorInnenschaft, von Authentizität und vielfältigen Subtexten/Diskursüberschüssen in visuellen Manifestationen etc. Künstlerische Arbeiten, (selbst)reflexive Ausstellungsprojekte und museologische Diskurse thematisieren seit einiger Zeit das Spannungsfeld von Fakt und Fiktion im Selbstbild von Museen, in Ausstellungsnarrativen, in musealen Praktiken wie dem Sammeln und Dokumentieren.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass Versuche der Museumsreflexion gerade bei dieser Unsicherheit zwischen „Wahrheit“ und Fiktion ansetzen. So präsentiert das Museum of Jurassic Technology sowohl authentische als auch fiktive naturwissenschaftliche, kulturhistorische und kunsthandwerkliche Gegenstände mit demselben Gestus wissenschaftlicher Aufbereitung, so dass aufgrund der permanenten Kippeffekte eine Auseinandersetzung der BetrachterInnen mit Objektivität und institutioneller Autorität herausgefordert wird. Doch vielleicht liegt die Bedeutung von Museen und Ausstellungen gerade darin, Orte zu sein, die über die Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen status quo hinausgehen. Doch wie kann man, soll man und darf man mit Geschichten und Bildern, denen immer auch etwas Fiktives anhaftet, in Museen und Ausstellungen umgehen?
Über die Dimensionen des artifiziellen Charakters von Museen und Ausstellungen kann in der diesjährigen Denk- und Schreibwerkstatt weiter nachgedacht und diskutiert werden.

... Einstiegstext von Regina Wonisch "Museum | Fiktion" [270 Kb]"

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Modalitäten der Veranstaltung
Die anleitende Idee der Denk- und Schreibwerkstatt besteht im Austausch aller TeilnehmerInnen. Es wird zum einen das individuelle Arbeiten an einem mitgebrachten laufenden Vorhaben ermöglicht, zum anderen sollen sich alle von ihrem Arbeitsprojekt bzw. von ihrem Interessensbereich heraus in einen gemeinsamen Diskurs einbringen. Deshalb ersuchen wir, mit der Anmeldung ein Kurzexposé des Vorhabens, an dem Sie arbeiten und das Sie einbringen wollen, mitzuschicken, auch welche Anknüpfungspunkte zum Thema „Museum und Fiktion“ bestehen. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf 15 Personen beschränkt.

Leitungsteam:
Roswitha Muttenthaler, Regina Wonisch und Herbert Posch von eXponat. Forum für Museologie und visuelle Kultur, sowie Sabine Offe von der Universität Bremen.

Ort: Schloß Drosendorf, 2095 Drosendorf, Österreich (+43-2915/2321-0, fax-40), Ortsplan [87 Kb]
Beginn: Montag, 1. Juni 2009, 16:30 Uhr
Ende: Sonntag, 7. Juni 2009, nach dem Mittagessen
Anreise: Anreiseinformation Zug | Bus ab Wien als pdf [82 Kb]
Kosten:
Der Seminarbeitrag von € 180,- wird mit Bestätigung der Anmeldung fällig.
Die Kosten für Übernachtung mit Halbpension in der Höhe von € 343,- werden vor Ort eingehoben.

Anmeldung: bis 4. Mal 2009 unter herbert.posch@univie.ac.at










Gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien | Wissenschafts- und Forschungsförderung

http://www.iff.ac.at/museologie | aktivitäten > schreibwerkstatt > museum fiktion (2009)