Publikationen - Museum zum Quadrat

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Erzählen, Erinnern, Veranschaulichen [MQ3]


Gottfried Fliedl, Roswitha Muttenthaler, Herbert Posch (Hg.)
Erzählen, Erinnern, Veranschaulichen.
Theoretisches zur Museums- und Ausstellungskommunikation.

Museum zum Quadrat 3. Wien 1992. AG theoretische & angewandte Museologie. , 132 S.
EUR 11.- ISBN 3-901163-02-6



Inhalt:
Wolfgang ERNST, Geschichte-Theorie-Museum
Siegfried MATTL, Ausstellung als Lektüre
Horst RUMPF, Sinnlichkeit, Spiel und Kultur. Zur Entdomestizierung der Kultur-Arbeit
Monika SCHWÄRZLER, Objektpräsentation im Museum
Julia ENDRÖDI, Weisen der Welterzeugung im Museum. Ein Versuch zur "Pharaonen-Dämmerung"
Eva STURM, Sprechen im Museum. "Der Mund ist die Wunde des Alphabets".


Siegfried Mattl hat die Thematik 'Ausstellung als Lektüre' analysiert. Kenntnisreich mit Blick auf Geschichtszeichen eingeleitet von einem Beitrag von Wolfgang Ernst zu 'Geschichte. Theorie. Museum' und weitergedacht von Horst Rumpf unter der Thematik 'Sinnlichkeit, Spiel, Kultur: Zur Entdomestizierung der Kulturarbeit'. Beim 'Überdenken von Ausstellungen als Medien' bleibe erkennbar, daß mit dem technischen 'Gestell¾ auch 'adäquate Verhaltensweisen geschaffen und ältere beseitigt werden'. Vor Altären im Museum soll nicht gebetet werden und diese museale Form der Inszenierung und also 'ihr Schematismus von Wahrnehmung übertragt sich auf das von ihnen Erzählte'. Die Definition jenes neu durchzusetzenden Wahrnehmungsschematas laute:

'Ausstellungen sind Nichtbeziehungen: Die einzige Technik, die ihnen zur Verfügung steht, ist die Montage'.

Deren Bewußtwerdung, argumentativer Begründung und Verdeutlichung - gerade für Besucher - dient ein zentraler Argumentationsstrang in der gesamten Reihe 'Museum zum Quadrat¾'. So spannen etwa die an Horst Rumpf anknüpfenden Überlegungen zum Verhältnis von Aneignungs-Gestus und Entfremdung mit Reflexionen von Eva Sturm zum 'Sprechen im Museum' sowie einem Beitrag von Monika Schwärzler zur 'Objektpräsentation' vom dritten bis zum fünften Band zu den Referaten von Karl- Josef Pazzini einen durchaus kritischen argumentativen Bogen, wie er in den neunziger Jahren auch auf einigen Symposien zur Museumspädagogik zu jenem Aspekt vorgetragen wurde.


Martin Lenz-Johanns in: Standbein/Spielbein, Nr.43/1995, S.34f.