Publikationen - Museum zum Quadrat

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Bewölkt-Heiter [MQ2]


Gottfried Fliedl, Roswitha Muttenthaler, Herbert Posch (Hg.)
Bewölkt-Heiter. Die Situation der Museumspädagogik in Österreich.
Museum zum Quadrat 2. Wien 1991. AG theoretische & angewandte Museologie. 147 S.
EUR 11.- ISBN 3-901163-01-8



Inhalt:
Erhard BUSEK: Vorwort
Johann MARTE: Statement zur Museumspädagogik
Wolfgang PIRCHER: Museum und Gedächtnis
Werner FENZ: Vermittlung: die unterschiedlichen Dioptrien der Lesebrille
Christian REDER: Institutionen und Projekte
Michael WIMMER: Museumspädagogik und Museumspolitik oder: Im Museum wird nicht gelernt
Renate GOEBL, Lucas GEHRMANN: Aus- und Fortbildung
Walter STACH, Gabriele STÖGER: Selbstorganisation und Berufsvertretung
Roswitha MUTTENTHALER: Bestandsaufnahme: Zur Museumspädagogik in Österreich. Ergebnisse einer Umfrage
Bibliografie Museologie Museumspädagogik


Ein "Wetterbericht" aus Referaten und Statements, Dokumentation und Protokollen zur Situation der Museumspädagogik, eine Ermutigung zur Weiterarbeit, Reflexion und Solidarität. Ein Booklet, das im Anschluss an die von der Arbeitsgruppe Museologie veranstalteten ersten Tagung der österreichischen Museumspädagogik erschienen ist, eine Tagung auf der die Gründung einer österreichweiten Interessensvertretung der MuseumspädagogInnen und KulturvermittlerInnen beschlossen und durchgeführt wurde. Wie alle Wetterberichte auf verweist der kleine Band auf unzuverlässige Verhältnisse und verbreitet zugleich Hoffnung auf einen schönen Ausflug.

Im 'Serviceteil' finden sich eine Kurzbibliografie zur Vermittlungsarbeit in Österreich, ein Überblick über Ausbildungs- und Informationsmöglichkeiten, sowie die Ergebnisse einer Umfrage zu den Arbeitsbedingungen im Bereich Museumspädagogik in Österreich.

Die sogenannte Museumspädagogik! Jetzt wird daraus vielleicht Kulturvermittlung. Ein Stück schlechtes Gewissen? Oder Anpassung an kultur- und museumspolitische Sachzwänge? Suche nach Marktnischen im Museumsboom? An Legitimation mangelte es nicht. Ein bequem abrufbares Repertoire von Formeln - Demokratisierung, Identistätsstiftung, wenn nicht gar: Sinnstiftung usw. - liegt bereit. Begriffe in der Tradition der aufgeklärten, bürgerlichen Idee des Museums, als solche widerborstig noch immer gegen Rentabilitätsrechnungen und Statistiken von Besucherumsätzen, fremd, eigentümlich abgegriffen in der neuen Unübersichtlichkeit vom Museum als Dienstleistungsbetrieb, von Privatisierungsdiskussionen und Teilrechtsfähigkeit. Wie auch immer, im kulturellen, angeblich pluralistischen Getümmel hält sich hartnäckig, am Rande, eine seltsame Spezies von Besichtigungshelfern, Erbmassevermittlern, Traditionsstiftern, Überlieferungspädagogen, die allesamt, mit einem bunten Spektrum von Methoden und Ansprüchen, im Musentempel die Möbel verrücken und die Priester verstören.