Publikationen - Museum zum Quadrat

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Seiteneingänge. [MQ11]


Roswitha Muttenthaler, Herbert Posch, Eva Sturm (Hg.)
Seiteneingänge. Museumsideen und Ausstellungsverfahren
Museum zum Quadrat 11. Wien 2000. Turia+Kant. 198 S. EUR 15,- ISBN 3-85132-262-2



Inhalt:
Gert DRESSEL: Nationalsozialismus und Lebensgeschichten. Her-Ausstellen als Möglichkeit biographischer Erinnerungsarbeit
Zoya KOCUR: Museums, Artists and Schools
Lydia MARINELLI: "Meine alten und dreckigen Götter". Aus Sigmund Freuds Sammlung
Roswitha MUTTENTHALER, Regina WONISCH: Spots on spaces. Differenzen im Visier. Repräsentationen und Räume
Birgit SCHULTE: Die Ausstellung vis-a-vis: kleine Unterschiede im Karl Ernst Osthaus-Museum Hagen. Eine Revision zum Thema 'gender' im Museum
Gregory SHOLETTE: How best to serve the new, global art museum
Eva STURM: Give a Voice. Partizipatorische künstlerisch-edukative Projekte aus Amerika


Museen und Ausstellungen sind der ständigen Neuverhandlung darüber unterworfen, was und wer auf welche Weise repräsentiert wird. Welche Bilder und Erzählungen tauchen in Ausstellungen auf und mit welcher Funktion, mit welchen Mitteln? Und wenn Ausstellen als ein Sprechakt definiert werden kann, wie gestaltet sich die Partizipation der Beteiligten, das Verhältnis zwischen Sprechenden und Angesprochenen?

Wie wirken sich aktuelle Diskurse auf das Ausstellen aus? Dabei wird das Moment der Be-Nutzung der Idee des Ausstellens befragt, als Möglichkeit des Herzeigens, um etwas, das vorher, außerhalb dieses Rahmens in gang gesetzt wurde, auf dieser Buhne des Sichtbaren wahrnehmbar zu machen. Versammelt sind hier Beiträge, die im Rahmen der Vortragsreihe MUSEUM IM KOPF zur Diskussion gestellt wurden. Sie rücken bei ihren Quer- und Randlektüren blinde Flecken und Leerstellen ins Zentrum.

Museen und Ausstellungen sind als Orte der Produktion von Kultur wie diese der ständigen Neuverhandlung darüber unterworfen, was repräsentiert wird bzw. werden soll. Da dominante gesellschaftliche Selbstkonzeptionen und theoretische Positionen ihre Widerspiegelung in Institutionen und Praktiken visueller Kultur finden, gilt es abzuklopfen, wie diese konstruiert werden, was sie an Einsichten über deren Hersteller/innen und Nutzer/innen freigeben, was sie auslösen können und wie sie sich benutzen lassen. Auch wenn manchmal der Eindruck entstehen mag, die Methode der Dekonstruktion hätte sich zum Gemeinplatz entwickelt, so ist sie doch keineswegs obsolet.
Es gibt immer noch genug gegen den Strich und zwischen den Zeilen zu lesen. Dabei genügt nicht allein die Kritik gängiger Verfahrensweisen, es gilt ebenso, mögliche widerständige Potentiale gegenüber diesem hegemonialen Anspruch zu orten.