Museumsdinge im Gespräch - Sabine Offe

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Chloë Paver: Ein Stück langweiliger als die Wehrmachtsausstellung, ...
Elisabeth von Dücker: Ein ausgestelltes Tabu - Ausstellung „Sexarbeit“
Roland Albrecht: Das Museum der Unerhörten Dinge
Werner Schweibenz: Das virtuelle Museum im Internet
Sabine Offe: „Cultural heritage“?
Renate Flagmeier: Das nomadische Werkbundarchiv
Gottfried Korff: Museumsdinge. Deponieren - Exponieren

Im Gespräch mit Sabine Offe:

„Cultural heritage“? Die Zukunft der Vergangenheit in Europas Museen.


Montag 20. September 2004, 19.00 Uhr
IFF | A-1070 Wien | Schottenfeldg. 29/4. Stock


Gesprächsführung: Herbert Posch
Veranstaltungsreihe von eXponat und IFF | Museologie


In Brüssel wird seit Jahren ein “Musée de l'Europe“ geplant, ein “Museum in der Mitte Europas“, wie einer der Initiatoren in offensichtlicher Verkennung der topographischen und mentalen Lage gesagt hat. Was immer daraus werden mag, die Initiative und deren Verzögerungen zeigen, dass Museen als Sinn- und Deutungsressource eine wichtige Rolle auch für politisch aktuelle Formen symbolischer Vergemeinschaftung – “Identität“ – spielen, also für die Entwicklung, Erweiterung und Integration der EU.

SoziologInnen und KulturtheoretikerInnen haben gezeigt, wie sich rückblickend die “Nation als Narration“ dekonstruieren lässt, welche Strategien entwickelt wurden, um nationale Identitäten im 19. Jh zu erfinden. Sie haben gezeigt, dass die vermeintliche Identität keineswegs naturgegeben, sondern Gegenstand und Ergebnis von Aushandlungsprozessen ist, von Macht- und Interessenpolitik, von Zufällen und Illusionen, an denen Museen kräftig mitgewirkt haben. Aber bezogen auf zukünftige Strategien der europäischen Länder ist die Frage, welche Aspekte der Vergangenheit geeignet sind, als Elemente zukünftiger Erzählungen die Identität Europas zu stärken, schwer zu beantworten, denn die Auswahl ist trotz aller möglichen Willkür keineswegs beliebig. Zwar lässt sich manche Vergangenheit korrigieren, Denkmale lassen sich stürzen, Museen schließen oder neu gestalten, aber im Zentrum der Geschichte der europäischen Länder steht eine keineswegs einigende Vergangenheit extremer Gewalt, von Traumata und millionenfachen Opfern.

Dass Museen der Ort bzw. ein Ort sein können, der an dieses “Erbe“ erinnern, aber vielleicht auch neue und andere Geschichten erzählen kann, hat mit ihrer institutionellen Tradition als Orte der Erinnerung an Gewaltgeschichte zu tun und soll an historischen und aktuellen Beispielen gezeigt. werden.

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Zur Person
Sabine Offe: lehrt und forscht seit 1989 im Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Bremen. Ihre Arbeitsgebiete sind jüdisch-deutsche Kulturgeschichte, Gedächtnisgeschichte und Museologie. Veröffentlichungen zu Gedächtnisgeschichte, Museen, u.a.: “Ausstellungen, Einstellungen, Entstellungen. Jüdische Museen in Deutschland und Österreich“, Berlin 2000. Zur Zeit arbeitet sie an einem Projekt über museale und andere öffentliche Repräsentationen europäischer Opfernarrative.

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Bilder der Veranstaltung:








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