Museumsdinge im Gespräch - Idee und Konzept

Idee und Konzept
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Bekesi, Payer, Pressl, Winiwarter: Umweltgeschichte Ausstellen...
Chloë Paver: Ein Stück langweiliger als die Wehrmachtsausstellung, ...
Elisabeth von Dücker: Ein ausgestelltes Tabu - Ausstellung „Sexarbeit“
Roland Albrecht: Das Museum der Unerhörten Dinge
Werner Schweibenz: Das virtuelle Museum im Internet
Sabine Offe: „Cultural heritage“?
Renate Flagmeier: Das nomadische Werkbundarchiv
Gottfried Korff: Museumsdinge. Deponieren - Exponieren



Idee und Konzept

Wie der Titel dieser neuen Veranstaltungsreihe schon ausdrückt, wollen wir uns dabei weniger an der klassischen Form des "Vortrags-mit-anschließender-Diskussion" orientieren, sondern mit den referierenden Fachleuten in intensivere Formen der Auseinandersetzung treten, die verstärkt auf Austausch setzen. Zu denken ist an strukturierte Zwiegespräche mit Publikumsbeteiligung: D.h. wir als GesprächskontrahentInnen setzen uns bereits im Vorfeld mit den Theoriebildungen sowie wissenschaftlichen und kulturpolitischen Zugängen der jeweiligen eingeladenen ExpertInnen auseinander und wählen mit ihnen Thematiken und Fragestellungen aus, entlang derer wir das Gespräch führen. Dadurch können wir Denkansätze, die uns besonders spannend erscheinen, genauer fokussieren, mit anderen Überlegungen in Verbindung setzen etc. Die Gesprächsform soll gleichzeitig das Publikum einladen, in die Diskussion einzutreten. Das Ziel ist, die theoretische Reflexion und Analyse der Institution Museum und des Mediums Ausstellung zu fördern und einen öffentlichen Diskurs zu etablieren.
Ausgangspunkte für die einzelnen Veranstaltungen können sowohl kultur- bzw. museumspolitische Anlässe oder aktuelle Publikation sein, aber auch von uns gesetzte Themen(blöcke), bei denen wir Diskursbedarf oder auch blinde Flecken und Leerstellen verorten. Um sich dem Feld Museum und Ausstellen auch aus vielfältigen Perspektiven zu nähern, sollen neben Fachleuten aus diesen Bereichen auch TheoretikerInnen aus den Disziplinen visual culture, Kulturwissenschaften, Psychoanalyse, Geschichts- und Kulturphilosophie, Medientheorie, gender studies etc. eingeladen werden.

Museen und Ausstellungen genießen hohes Prestige, stellen gerade auch in Wien einen wesentlichen Teil des Kulturbetriebes dar.
Da sich das Museums- und Ausstellungswesen in einem Umbruch befindet, erscheint uns eine Auseinandersetzung mit Fachleuten förderlich - auch zur Reflexion der Praxis.

Denn die Rolle als bedeutende Repräsentationsräume erwächst Museen und Ausstellungen gerade auch aufgrund der widersprüchlichen Positionen, die die Entwicklung der letzten Jahre charakterisieren:
Auf der einen Seite werden lange geltende Standards hinterfragt, etwa der Museumsbegriff, das Objekt als zentraler Referent oder die bildnerische Funktion des Ausstellens. Neue Konzepte changieren zwischen Edutainment, Entertainment oder Selbstreflexion, propagieren das Event oder versuchen das Publikum einzubinden etc.Die Abgrenzungen zu anderen Kultur- oder Freizeiteinrichtungen werden durchlässiger.

Auf der anderen Seite gibt es eine Revitalisierung der Museumsidee: immer weitere Dinge und Aspekte werden sammlungs- und ausstellungswürdig, die Musealisierung greift über das Museum hinaus und das Museum wird von immer mehr Sektoren der Gesellschaft beansprucht.
Das Erkennen expliziter, aber noch mehr unterlegter "verborgener" Geschichten, Wünschen wie Ängsten, im Gesammelten und Ausgestelltem macht diesen Repräsentationsort zu einem von Individuen und Kollektiven begehrten und umkämpften. Ebenso eröffnet die Befragung von Darstellungsstrategien, vor allem in ihrer Verankerung in (historisch bedingten) differenten kulturtheoretischen Konzepten, neue Diskussionen über das Medium Ausstellung in seinen gegenwärtigen visuellen Manifestationen.

So sind nicht allein, Wesen und Aufgabenbereich von Museen und Ausstellung von tiefgreifenden Veränderungsprozessen betroffen. Vielmehr steht auch deren Verortung in der Kulturlandschaft und einer interessierten Öffentlichkeit, ihre gesellschaftspolitischen Implikationen, ihr Verhältnis zu Wissenschaft und Kunst, ihre Rolle als Orte von kulturellem Erbe und als Trägerin des sozialen und kollektiven Gedächtnis einer Gesellschaft zur Disposition.






Information

Ort: IFF - Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt - Graz - Wien), 1070 Wien, Schottenfeldgasse 29, 6.Stock.
Termine: Anfang Februar | Ende April/Anfang Mai | Mitte/Ende Juni | Anfang Oktober | Ende November
Zeit: jeweils Montag 19.00

Veranstaltet von: IFF und eXponat | Forum für Museologie und visuelle Kultur
Ansprechpersonen: Roswitha Muttenthaler, Herbert Posch



Gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien | Wissenschafts- und Forschungsförderung






Aktuelles Programm 2006

Für das Jahr 2006 sind vier Veranstaltungen geplant. Fachleute aus Deutschland, England und Österreich sind angefragt, Museen und Ausstellungen vorzustellen bzw. zu reflektieren, die thematisch, gestalterisch bzw. medial spannende Konzepte umsetzen.




Programm 2005

Im Jahr 2005 wurden zwei Veranstaltungen zum übergeordneten Themenbereich "Experiment Museum" geplant. Fachleute aus Deutschland, der Schweiz und Österreich waren angefragt, Museen und Ausstellungen jenseits gängiger Praktiken zu verorten: es wurden Projekte und Konzepte vorgestellt, die Konventionen im Museums- und Ausstellungsbereich erweitern, unterlaufen, neu denken.
Weiters wurde eine Museumskonzeption vorgestellt, die die Fiktion als ein Fundament des Museums ernst nimmt.

Chloë Paver: Die Ausstellungen 'Fotofeldpost' und 'Verbrechen der Wehrmacht' - eine Entgegnung?“
Elisabeth von Dücker: Ein ausgestelltes Tabu - die Ausstellung „Sexarbeit
Roland Albrecht: Das Museum der Unerhörten Dinge




Programm 2004

Für das Jahr 2004 wurden drei Veranstaltungen zum übergeordneten Themenbereich "MuseumsRäume" durchgeführt. Fachleute aus Deutschland waren eingeladen, den Denk-, Repräsentations-, Ordnungs- und Handlungs-Raum von Museen und Ausstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen neu zu vermessen:
Renate Flagmeier: Das nomadische Werkbundarchiv - Museum der Dinge.
Sabine Offe: "Cultural heritage"? Die Zukunft der Vergangenheit in Europas Museen.
Werner Schweibenz: Das virtuelle Museum im Internet















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