Lehre - Universitäre Erinnerungs- und Gedenkkultur 20./21. Jh.

"Studierende 1938 - Forschung und Erinnerung"
"Was Ausstellungen erzählen"
Universitäre Erinnerungs- und Gedenkkultur im 20. und 21. Jh.
"Erinnerungs- und Gedenkkultur: Universität und Studierende"
"Forschungspraktikum: Ausstellung Studierende 1938"
"Ausstellungspraxis II | Vom Konzept bis zur Eroeffnung
"Ausstellungspraxis I | Vom Konzept bis zur Eroeffnung
Erinnerung - Gedenkkultur - Wissenstransfers | Ausstellungskonzepte
Wissen wirksam machen 2
Repraesentation von Gender im Museum
Wissen wirksam machen 1
Mining the museum - Museum und Intervention
Rhetorik des Ausstellens
Formierende Blicke?
Gesten des Zeigens | Museum und Ausstellung
Ausstellungstypologien - Repräsentation, Analyse, Gestaltung
Museums- und Ausstellungsgestaltung

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Universitäre Erinnerungs- und Gedenkkultur im 20. und 21. Jh.


Lehrveranstaltung (AR, KU, 2st., WS 2008/09), IFF | Wien
Nr. 190.184 (Uni Wien), Nr. 819.005 (Uni Klagenfurt)
Mag. Herbert POSCH


Zeit: Donnerstag 10:00-12:00 c.t. teilweise geblockt
Beginn: 9. Oktober 2008
Ort: IFF, 1070 Wien, Schottenfeldgasse 29, 6. Stock (bzw. an verschiedenen Gedenkorten)
Termine:
09.10. 10-12 SR 6
16.10. 10-12 SR 6
23.10. 10-12 SR 6
30.10. 10-12 SR 6
06.11. 09-13 Uni Wien-Campus, Spitalg. 2-4; MedizinUni, Spitalg. 23; Chemie, Währingerstr. 38-42
13.11. 09-13 Uni Wien-Hauptgebäude, Dr.Karl-Lueger-Ring 1
27.11. 10-12 SR 3
04.12. 09-13 SR 6
11.12. 09-13 SR 3
18.12. 10-12 SR 3
sowie allenfalls aktuelle Sondertermine im November (Eröffnung Denkmal vertriebener KunsthistorikerInnen, Eröffnung Gedenkbuch der Opfer des Nationalsozialismus der Uni Wien u.a.)

Anmeldung: Persönliche Anmeldung erforderlich unter herbert.posch@univie.ac.at sowie - kostelose - Mitbelegung an der Universitaet Klagenfurt, begrenzte TeilnehmerInnenzahl

Die Lehrveranstaltung setzt sich mit Formen des Erinnerns (und Vergessens) an der Universität Wien über deren Geschichte in der NS-Zeit und danach auseinander - von generellen Fragen des Gedenkens und Erinnerns bis zur Fragen eines Gedenk- und Erinnerungskonzeptes für die Universität.

In den letzten Semestern hat sich die Universität Wien verstärkt mit ihrer Vergangenheit in der NS-Zeit und den Nachkriegsjahren beschäftigt, bzw. auch mit ihrer Gedenk- und Erinnerungskultur. So wurde das Forum "Zeitgeschichte der Universität Wien" geschaffen und eine erste Dokumentation der verschiedenen Erinnerungsformen auch im Internet dokumentiert.
Es geht einerseits darum sich mit bestehenden Beispielen für bisheriges Gedenken und Erinnern an der Universität Wien auseinanderzusetzen - seien es dauerhafte Gedenkformen mit direktem NS-Bezug oder ephemere Formen wie Ausstellungen, Symposien, Interventionen, ... - und darum, diese Formen sowohl im Rahmen universitärer Gedenkkultur als auch in den öffentlichen Diskussionen um öffentliche Gedenkformen und Diskussionen um die NS-Zeit zu verorten.

Im Zuge einer anhaltenden Auseinandersetzung um Tradition, Kontinuität und Brüche der Geschichte der Universität, sollen realisierte Formen diskutiert werden wie z.B.
* Kontroverse und Neugestaltung des "Siegfriedskopfes" (Heldendenkmal in der Aula/Arkadenhof) im Sommer 2006,
* "virtuelle" Erinnerungskonzepte wie Tore der Erinnerung im Uni-Campus,
* die Umformung des ehemaligen jüdischen Bethauses, später Transformator des AKH, jetzt "Denk-Mal Marpe Lanefesch" im Campus u.a. Formen.

Während des Semesters werden mit der feierlichen Eröffnung des "Denkmals der Vertriebenen KunsthistorikerInnen" sowie eines Gedenkbuches der Opfer des NS an der Universität Wien die Gedenkformen erweitert, die diskutiert und deren Wirkung und Rezeption reflektiert werden sollen.
Es sollen aber auch allfällige Leerstellen der Erinnerung gefunden werden - Zentrale Fragen werden dabei u.a. sein: Wie kann die Universität mit den TäterInnen und Indifferenten ("Bystander") umgehen, wie soll der GegnerInnen und Opfer gedacht werden? Was könnten/sollten Inhalte des Gedenkens und Erinnerns sein? Welche Formen und welche Orte wären wünschenswert oder notwendig? Kurz: WEM soll WIE und WO gedacht/erinnert werden? Wie sieht es mit der Erinnerung an vertriebene Lehrende, wie mit der an vertriebene Studierende aus? Repräsentation von Frauen? ...

Neben der Arbeit mit Basisliteratur wird ein Gutteil der Anforderung in "Pionierarbeit" bestehen, da viele der Fragen noch nicht aufgearbeitet sind. In den ersten Lehreinheiten wird die Einarbeitung in das Thema durch Vortrag und gemeinsame Lektüre im Zentrum stehen. Darauf aufbauend werden "Feldforschung" und Erarbeitung der einzelnen Fragestellungen vor Ort erfolgen, sowie in gemeinsamen Exkursionen zu bestehenden Gedenkorten. Im Anschluss daran wird die Lehrveranstaltung in Halbtagesblöcken abgehalten, an denen die TeilnehmerInnen die von ihnen ausgearbeiteten Thesen und Konzepte präsentieren und gemeinsam diskutieren.


Information und Anmeldung:
Mag. Herbert Posch, herbert.posch@univie.ac.at



Download:
... Hintergrundinformationen zur Aufgabenstellung bis 11. Dezember 2008

ad Denkmäler Arkadenhof und Gender
- Überblick Arkadenhof in Th. Maisel, Gelehrte aus Bronze und Stein, 2008, 11-17 [10MB], 18-25 [10MB] | IFF-Bibliothek R6825
- Überblick Arkadenhof in K. Mühlberger, Palast der Wissenschaft, 2008, 96-101 [10MB], 104-109 [10MB], 110-112 [8MB] | IFF-Bibliothek R7090
- ad Denkmal anonymisierte Wissenschafterin 1700-2005 - und kritische Würdigung zu Elise Richter im Standard vom 29.11.2008, der dort kritisierte Artikel ist zu finden in ANNO
- Hintergrundinformationen zu Wissenschafterinnen in und aus Österreich s.
Brigitta Keintzel u. Ilse Korotin, Hg., Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben – Werk – Wirken, Wien 2002. UB-Lesesaal II-1349559 [J:3:], IFF-Bibliothek R1592
Sylwia Bukowska/Referat Frauenförderung und Gleichstellung, Hg., Frauen - Leben - Wissenschaft. 110 Jahre Wissenschafterinnen an der Universität Wien (Katalog zur Ausstellung 2007/2008 an der Universität Wien), Wien 2007. [UB II-1444366]
- Hintergrundinformationen zu Denkmalskonzepten u.a.
James E. Young, Nach-Bilder des Holocaust in zeitgenössischer Kunst und Architektur, Hamburg 2002. [IFF R5689],
James E. Young, Hg., Mahnmale des Holocaust: Motive, Rituale und Stätten des Gedenkens, München 1994. [IFF N1339],
James E. Young, Formen des Erinnerns: Gedenkstätten des Holocaust, Wien 1997. [IFF N1999, UB I-1233404]


Hinweise auf interessante Veranstaltungen zum Thema der Lehrveranstaltung:

- 25. November 2008, Gedenkveranstaltung und Ausstellung "Vertriebenes Recht". Auswirkungen des Anschlusses 1938 auf die Rechtswissenschaften in Wien
- 21.-22. November 2008, Tagung Geschlecht und Erinnerung Weiblichkeitsbilder in der Erinnerung an das Dritte Reich
- 10. Oktober 2008, 11 Uhr, Enthüllung des Denkmals für Ausgegrenzte, Emigrierte und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien Hof 9 des Campus (AAKH) vor dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien | >> Einladung | >> Pressetext
- 10. Oktober 2008, 11 Uhr, Eröffnung der Ausstellung und der online-Plattform "Wiener Kunstgeschichte gesichtet" >> http://www.univie.ac.at/geschichtegesichtet/
- 7. Mai 2008 bis 30. Januar 2009, Ausstellung "Wissenschaft nach der Mode" - Die Gründung des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft an der Universität Wien 1943, Institut für Theaterwissenschaft, Wien 1., Hofburg, Batthyanystiege

... werden während des Semesters laufend ergänzt












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