Ausstellungen - Männerwelten | Frauenzimmer

Intervention: Männerwelten | Frauenzimmer
InventARISIERT

° Sonstige Ausstellungsmitarbeit:
Dauerausstellung Mobiliensammlung
Ruhezeit
Magie der Industrie
Metall-er-leben

Brutale Neugier
Bruno Kreisky. Seine Zeit und mehr.
Lichtspiele


Männerwelten und Frauenzimmer




Intervention3 in die Dauerausstellung des Wien Museum 2005

Eröffnung 14. September 2005 | 18:30 Uhr


Wird die Geschichte und Kultur einer Stadt präsentiert, stellt sich immer auch die Frage nach den Bildern und Narrativen, die vermittelt werden. Was wird dabei über Männer und Frauen erzählt, die die Stadt gestaltet haben und in ihr leben? Welche Projektionen von Weiblichkeit und Männlichkeit können sich in den Köpfen der BesucherInnen verdichten, auch oder gerade wenn sie nicht explizit Thema der Dauerausstellung sind?

Die Grillparzer-Wohnung, ein Empire-Salon, die Zünfte, Rüstungen sowie die Anordnung von Donauweibchen, Porträts und Kleiderpuppen waren Anregung, die Objektensembles dahingehend zu befragen. An diesen Punkten versucht die Intervention 3 durch kleine Eingriffe in die Präsentation die Geschlechterbilder, die durch die Auswahl von Themen und Objekten und deren Inszenierung entstehen, sichtbar und verhandelbar zu machen. Die Intervention findet in fünf Bereichen im ersten und zweiten Geschoß des Museums statt:

1. Männlichkeit als Maskerade - Rüstung und Repräsentation
2. Männerdomäne Zunft - Handwerk im 18. Jahrhundert
3. Salondamen - Mittelpunkte des Gesellschaftsleben um 1800
4. "Der ewige Bräutigam" - Grillparzer und die Schwestern Fröhlich
5. Haarige Unterschiede - Frisur und Bart im 19. Jahrhundert

Ausgelotet wird, welche Möglichkeiten der Verschiebungen sich eröffnen, wenn die vorhandenen Objekte mit anderen Kontexten versehen, neue Erzählungen ins Spiel gebracht werden. In diesem Sinne sind die Interventionen ebenso wie die derzeitige Präsentation als Statements zu begreifen, die in Dialog miteinander treten. Beispielsweise wird der mit Modepuppen ausgestattete Geymüller-Salon in seiner typisch weiblichen Konnotation mit Fragen zu den historischen Geschlechterrollen im Salonleben konfrontiert: Selbstverwirklichung der Salondame oder Imagetransfer für den Ehemann? Oder es wird im Grillparzer-Ensemble danach gefragt, was mit der Beschränkung auf die Aura von Wohnraum und Bibliothek des Schriftsteller ausgeblendet bleibt: Grillparzer als Junggeselle in Wohngemeinschaft mit Anna, Katharina und Josephine Fröhlich. Anna und Josephine waren anerkannte Musikerinnen. Katharina hatte eine wechselhafte Liebesbeziehung mit Grillparzer, der sie als seine „ewige Braut“ bezeichnete und als Alleinerbin einsetzte.

Kuratorinnen: Roswitha Muttenthaler, Regina Wonisch
Ausstellungsgestaltung: Bernhard Denkinger
Ausstellungsgrafik: o-Alexander Schuh
Klanginstallation: Bernhard Kathan, Günter Zechberger
Koordination Wien Museum: Andrea Hönigmann


Ausstellungsgespräch mit den Kuratorinnen: jeweils 15 Uhr im Wien Museum
So 18.September 2005
So 2.Oktober 2005
So 20.November 2005

Workshop zur Ausstellung: Eingreifen – Besetzen – Verschieben. Museum und Intervention
am 5. November 2005 im IFF | Wien

MännerweltenFrauenzimmer MännerweltenFrauenzimmer MännerweltenFrauenzimmer