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 Das Mobiliendepot
 'Arisierung'
 8 Fälle
  Hugo Breitner
  Viktor Ephrussi
  Wilhelm Goldenberg
  Moritz König
  Oskar Pöller
  Hedwig Schwarz
  Emil Stiaßny
  Paul Weiß

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Emil Stiaßny
geb. 25.12.1881 in Neudorf/Böhmen, gest. nach 1956
Wohnadresse: Wien 2., Heinestraße 21/7 [1938: Schönererstraße 21/7]
 
 

Emil Stiaßny, geboren 1881 Böhmen, war der Besitzer der Hotels "Deutscher Hof" in Wien 2., und "Tiroler Hof" in der Wiener Innenstadt. Er konnte im November 1939 nach Shanghai emigrieren, von wo er später nach Los Angeles/USA ging. Dort heiratete er 1953 in dritter Ehe Gertrude Grün (geb. Schwarz) aus Wien. Er war verwandt mit Sigmund Stiaßny, dem letzten geschäftsführenden Vorsitzenden der "Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums".

Chronologischer Überblick über "Arisierung", Verwertung und Restitution:

19. Juni 1938: Das Wohnhaus, die Wohnung und die beiden Hotelbetriebe "Deutscher Hof" und "Tiroler Hof" werden "arisiert". Das Mobiliendepot ist ausschließlich mit der "arisierten" Einrichtung der Wohnung befaßt.

August 1938: Das Mobiliendepot nimmt vor Ort alle Gegenstände in Listen auf. Die aufeinander abgestimmte, teilweise eingebaute Einrichtung wird nach Beratschlagung mit dem Denkmalamt nicht zerlegt und abtransportiert, da dies "Wertverschwendung und Vandalismus" wäre. 25 Teppiche, die Josefine Stiaßny noch am 26. Juli 1938 bei einer Möbelfirma einlagern kann, werden im Dezember 1938 vom Mobiliendepot abgeholt und im eigenen Teppichmagazin eingelagert.

Mai 1940: Das Reichsbauamt Wien-Ost zieht in die Wohnung ein und übernimmt den Großteil der Möbel für seine Bürozwecke. Der andere Teil wird in das Mobiliendepot gebracht. Tafelgeschirr, Porzellan und Glas werden in der Silberkammer eingelagert.

1941/1944: 1941 werden 114 Bücher an die Nationalbibliothek und ein Schiffsmodell an das Wiener Technische Museum abgegeben, 13 nichtinventarisierte Objekte werden 1944 an die Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums Wien abgegeben und ungefähr 150 nichtinventarisierte Objekte im Wiener Dorotheum versteigert.

1947-1951: Emil Stiaßny leitet 1947 ein Rückstellungsverfahren für sein Wohnhaus sowie für das Hotel "Deutscher Hof" ein. Anfang 1951 wird ihm das durch Bombentreffer schwer beschädigte Hotel von der Rückstellungskommission wieder zugesprochen.

Oktober 1969: Im Wiener Dorotheum werden die 1940 in der Silberkammer ohne Inventarisierung eingelagerten Objekte für die "Sammelstellen A und B zugunsten politisch oder rassisch Verfolgter" versteigert, da dafür beim Mobiliendepot kein Rückstellungsantrag gestellt worden war.

1999/2000: Die ErbInnen von Emil Stiaßny werden weiter gesucht.

 
Exponat

Marmor-Statue.
Aus der 'arisierten' Wohnung von Emil Stiaßny

Seit 1999 im Mobiliendepot zur Rückgabe bereitgestellt

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