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 Das Mobiliendepot
 'Arisierung'
 8 Fälle
  Hugo Breitner
  Viktor Ephrussi
  Wilhelm Goldenberg
  Moritz König
  Oskar Pöller
  Hedwig Schwarz
  Emil Stiaßny
  Paul Weiß

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Hedwig Schwarz
geb. 13.03.1893 in Golc Jenikow, gest. 1966 in London
Wohnadresse: Tullnerbach, Lawieserstraße 14
 
 

Hedwig Schwarz, 1893 in Böhmen geboren, heiratete 1914 in Golc Jenikow Hans Oskar Schwarz (1884-1966), Direktorstellvertreter der Zentral-Europäischen Länderbank Wien und später Generalkonsul in Ecuador. Sie ließ sich 1941 in Brünn scheiden und konnte nach England emigrieren. Später änderte sie ihren Namen auf Hedy Mary Kendrick. Ihre Söhne konnten ebenfalls nach England emigrieren. Georg Andreas Schwarz (* 1919) starb 1962 in London, Johann Schwarz/John Kendrick (* 1917 in Wien), heiratete 1955 und könnte möglicherweise noch in London leben.

Chronologischer Überblick über "Arisierung", Verwertung und Restitution:

27. Mai 1938: Villa und Liegenschaft von Hedwig Schwarz in Tullnerbach werden von der Gestapo "arisiert". Diese legt auch ein erstes Verzeichnis der Gegenstände im Haus an. "Wegen Zeitmangel" wird aber einiges nicht aufgenommen.

Oktober 1938: Das Mobiliendepot wird mit der Auflistung beauftragt und nimmt vor Ort alle Objekte auf. Sie werden "zur Vermeidung einer allfälligen Verschleppungsgefahr" zum Teil in das Mobiliendepot nach Wien transportiert. Die Villa und einen Teil der Möbel beansprucht die NSDAP-Ortsgruppe Tullnerbach für ihre Bürozwecke.

Mai 1939: Die bislang im Mobiliendepot gesondert eingelagerten Objekte werden auch formal in den Bestand aufgenommen und inventarisiert.

1939/1942: Zwei Porträts, eine Landkarte aus 1642 und eine Zinn-Schraubflasche in Buchform aus dem 16. Jahrhundert werden an die Nationalbibliothek und an das Staatliche Kunstgewerbemuseum in Wien abgegeben.

1942: Im März werden über 200 nichtinventarisierte Objekte (Geschirr, Kleingegenstände, Bilder u.ä.) an die MitarbeiterInnen verkauft und rund 30 Gegenstände im Dorotheum versteigert. Im Mai werden 75 Bücher an die Nationalbibliothek abgegeben.

1944: Waffen werden an die Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien abgegeben.

1947: Hedwig Schwarz stellt von London aus einen Antrag auf Rückgabe ihres Hauses gegen jene, die es 1941 vom Deutschen Reich als beschlagnahmtes Gut gekauft hatten. Das Verfahren wird ohne Rückstellung 1950 eingestellt.

1948-1951: Sie stellt 1948 auch einen Antrag auf Rückgabe ihrer Möbel an das Mobiliendepot. Im Mai 1951 werden neben Teppichen und zwei Büsten 15 Bilder rückerstattet. Vor der Ausfolgung der Bilder wird aber von ihr verlangt, für Restaurierungsarbeiten an drei Ölgemälden zu bezahlen. Die ebenfalls vorhandenen, aber damals vom Mobiliendepot entlehnten Möbel werden nicht zurückgegeben.

1999/2000: Trotz intensiver Suche konnte der Erbe, John Kendrick, noch nicht gefunden werden.

 
Exponat

Ohrenfauteuil.
Aus der 'arisierten' Wohnung von Hedwig Schwarz

Seit 1999 im Mobiliendepot zur Rückgabe bereitgestellt

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