titelleiste
 
inventARISIERT:
 Startseite

Ausstellung:
 Installation
 Objekte
 Bilder

 Das Mobiliendepot
 'Arisierung'
 8 Fälle
  Hugo Breitner
  Viktor Ephrussi
  Wilhelm Goldenberg
  Moritz König
  Oskar Pöller
  Hedwig Schwarz
  Emil Stiaßny
  Paul Weiß

Service:
 Lageplan

 Pressetexte
 Pressebilder
 Ausstellungsteam
 

Oskar Pöller
geb. 18.5.1883 in Scala, ermordet am 2.4.1942 im KZ
Wohnadresse: Wien 4., Prinz Eugen Straße 34/3 (Wohnung und Büro)
Wien 4., Operngasse 20/Rechte Wienzeile 1a "Bärenmühle" (Vermietungsbüro)
 
 

Geheimrat Oskar Leon Pöller, geboren 1883 in Polen, war der Sohn von Dr. Hermann Pöller und Regina Pöller (geb. Zwerdling). Seit 1924 war er österreichischer Staatsbürger. Er lebte bis 1933 in Berlin und flüchtete nach der nationalsozialistischen Machtergreifung nach Wien. Als Bauunternehmer errichtete er zwischen Karlsplatz, Rechter Wienzeile und Operngasse Mietshäuser. Anfang 1938 durch einen Schlaganfall eingeschränkt, flüchtete er 1938/39 in die Niederlande und weiter nach Frankreich. Dort wurde er verhaftet und am 2. April 1942 "in einem KZ in Frankreich" ermordet. Sein Sohn konnte emigrieren und starb 1946 in Chicago. Seine Frau Elisabeth (*1890 in Prag) und seine Tochter Erika Maria Theresia (*1922) wurden in Paris verhaftet und über Drancy 1942 gemeinsam in das KZ Auschwitz transportiert und ermordet. Seine Tochter Angela Romana Teschner (*1918) überlebte in Amerika.

Chronologischer Überblick über "Arisierung", Verwertung und Restitution:

15. Juli 1938: Sechs Mietshäuser im 1. und 4. Bezirk und die Wohnung von Oskar Pöller werden von der Gestapo "arisiert". Die beiden Häuser Operngasse 18, 20/Rechte Wienzeile 1, 1a werden aber bereits Anfang April von Hilda Vogt direkt von Oskar Pöller zu einem Dumpingpreis "gekauft". Das Geld wird auf ein Treuhandkonto gelegt, das 1940 von der Gestapo eingezogen wird. Oskar Pöller erhält lediglich öS 50.000,-.

September 1938: Das Mobiliendepot erhält den Auftrag, die Möbel des Vermietungsbüros im Haus Operngasse 20/Rechte Wienzeile 1a zu inventarisieren. Die Nachmieter der Räume - unter anderem die Traktoren-Union - nützen das Mobiliar vorläufig weiter. Die Einrichtung der Privatwohnung und des danebenliegenden Hauptbüros in Wien 4. Prinz Eugen-Straße 34, in dem sich besonders wertvolles Inventar, Stilmöbel, Teppiche, die Porzellansammlung befinden, wird ebenfalls "arisiert". Das Mobiliendepot wird dabei nicht herangezogen.

1939: Die Möbel des Vermietungsbüros werden in das Mobiliendepot gebracht und inventarisiert.

1948-1957: Im Juni 1948 eröffnen die ErbInnen ein Rückstellungsverfahren gegen die Käuferin der Liegenschaft. Die Häuser werden ihnen 1949 prinzipiell zugesprochen. Die Verhandlungen ziehen sich aber noch bis 1957. Ein Vergleich der ErbInnen wurde 1951 ausgeschlagen. Nach 9jährigem Prozessieren wird das Haus nicht rückerstattet, sondern bleibt, gegen eine geringe Ausgleichszahlung, im Besitz der "Käuferin" von 1938.

1999/2000: Die Erbin wird mehrmals angeschrieben, bisher leider ohne Antwort.

 
Exponat

Schreibmaschine.
Aus der 'arisierten' Wohnung von Oskar Pöller

Seit 1998 im Mobiliendepot zur Rückgabe bereitgestellt

start --- pressetexte --- ausstellungsteam
deutsch --- english