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 Das Mobiliendepot
 'Arisierung'
 8 Fälle
  Hugo Breitner
  Viktor Ephrussi
  Wilhelm Goldenberg
  Moritz König
  Oskar Pöller
  Hedwig Schwarz
  Emil Stiaßny
  Paul Weiß

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Wilhelm Goldenberg
geb. 03.01.1887 in Wien, gest. 23.03.1943 in London
Wohnadresse: Wien 18., Scheibenbergstraße 27
 
 

Wilhelm Goldenberg war Textilwarengroßhändler, Mitglied der türkischen israelitischen Kultusgemeinde in Wien und seit 1919 verheiratet mit Stefanie Goldenberg (geb. Engel). Er, seine Frau und sein Sohn Friedrich Wilhelm Goldenberg konnten über die Schweiz nach England flüchten. Im Melderegister wurden sie abgemeldet mit dem Vermerk "14.03.1938 unbekannt ins Ausland". Er starb am 23. März 1943 in London. Sein Sohn, Frederick Gillard, lebt heute in London.

Chronologischer Überblick über "Arisierung", Verwertung und Restitution:

13. Juni 1938: Villa und Liegenschaft von Wilhelm und Stefanie Goldenberg in Wien werden von der Gestapo "arisiert". Die Möbel werden von der Gestapo der Spedition Zdenko Dworak in Wien zur Verwahrung gegeben.

Juni 1940: Über Auftrag der Gestapo übernimmt das Mobiliendepot die Möbel von der Spedition Zdenko Dworak "für die Abwicklungsstelle des Landes Österreich", lagert sie ein und inventarisiert sie. Im Dezember werden auch die noch in 5 Kisten verpackten Glas-, Silberbesteck-, Porzellan- und Wäschebestände in Listen aufgenommen und in der Silberkammer des Mobiliendepots eingelagert.

August 1941: 85 Bücher werden an die Nationalbibliothek abgegeben.

1947-1953: Die Witwe Stefanie Goldenberg und der Sohn Frederick Gillard stellen von London aus 1947 gegen die Familie Schmid, die das Haus 1941 vom Deutschen Reich als beschlagnahmtes Vermögen gekauft hat, einen Rückstellungsantrag. Das Haus wird ihnen zwar 1947/48 zugesprochen, das Verfahren zieht sich aber noch über Jahre. Schließlich verkaufen sie 1953 das Haus. Sie wissen damals nicht, dass ihre Möbel im Mobiliendepot lagern.

1957: Herr Isidor Baumann erhebt Anspruch auf die Möbel, was sich aber als Irrtum herausstellt.

Oktober 1969: Im Wiener Dorotheum werden die in der Silberkammer ohne Inventarisierung eingelagerten Objekte für die "Sammelstellen A und B zugunsten politisch oder rassisch Verfolgter" versteigert. Zuvor hat die Finanzlandesdirektion 1969 entschieden, daß die Objekte seit 1956 an die Sammelstellen übergegangen wären, da die RechtsnachfolgerInnen keine fristgerechte Rückstellungsanträge gestellt hätten. Der Finanzbehörde war die aktuelle Adresse der Familie bekannt.

1999/2000: Der Sohn von Wilhelm Goldenbergs, Frederick Gillard, wird in London ausfindig gemacht und kontaktiert. Die noch vorhandenen Objekte können Ende 1999/Anfang 2000 zurückgegeben werden.

 
Exponat

Sessel.
Aus der 'arisierten' Wohnung von Wilhelm Goldenberg

2000 an den Erben zurückgegeben

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