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 Das Mobiliendepot
 'Arisierung'
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Viktor Ephrussi
geb. 1860 in Odessa, gest. 06.02.1945 in England
Wohnadresse: Wien 1., Dr.Karl Lueger-Ring 14/ Schottengasse 11
 
 

Baron Viktor von Ephrussi war der Besitzer des Bankhauses "Ephrussi & Co." in Wien, mit Filialen in Paris und London, das 1856 von seinem Vater, Ritter Ignaz von Ephrussi (geboren 1829 in Odessa, gestorben 31. Mai 1899 in Wien) gegründet worden war. Er war verheiratet mit Emilie Freifrau von Schey-Koromla. 1872/73 wurde das Ephrussipalais an der Wiener Ringstraße (heute: Dr.Karl Lueger-Ring 14) von Theophil Hansen erbaut. Viktor Ephrussi konnte 1938 nach England emigrieren. Seine EnkelInnen leben heute in England, Japan, Amerika und Mexiko.

Chronologischer Überblick über "Arisierung", Verwertung und Restitution:

27. April 1938: Das Palais Ephrussi an der Wiener Ringstraße, eine Etage davon die Wohnung Viktor Ephrussis, wird von der Gestapo "arisiert". Das Bankhaus "Ephrussi & Co." wird vom langjährigen Mitgesellschafter und Prokuristen C.A. Steinhäusser "arisiert".

Mai 1938: Die Wohnung wird erst dem "Amt Rosenberg" zur Verfügung gestellt, dann aber dem "Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung" zugewiesen.

Juni 1939: Die Gestapo und das "Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung" nehmen vor Ort alle Objekte in Listen auf. Die meisten Gegenstände werden dem im Hause untergebrachten Amt überlassen. Die Bücher werden direkt von der Gestapo an die Nationalbibliothek abgegeben. Zahlreiche "künstlerisch hochwertige und für Bürozwecke ungeeignete Stücke" gehen an das Kunsthistorische und Naturhistorische Museum. Alle anderen Gegenstände werden in das Mobiliendepot gebracht.

1945/46: Das Palais wird mit den darin vorhandenen Möbeln des "Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung" von der amerikanischen Besatzung - American Headquarters/Legal Council Property Control Sub-Section - übernommen.

1946-1948: Über eigene Nachforschung ermittelt der öffentliche Verwalter des Vermögens von Viktor Ephrussi, Hans Leissner, daß sich Objekte aus dem Besitz Ephrussis im Mobiliendepot befinden und stellt einen Antrag auf Rückstellung. Nach Abschluß des Verfahrens im Juli 1948 werden die Objekte an die ErbInnen zurückgegeben.

Anfang 2000: Mit den ErbInnen wird Kontakt wegen der Rückgabe von Mobiliar aufgenommen, da im Mobiliendepot - trotz der Rückstellung 1948 - noch Gegenstände verblieben sind.

 
Exponat

Bronzetisch.
Aus der 'arisierten' Wohnung von Viktor Ephrussi

Seit 1999 im Mobiliendepot zur Rückgabe bereitgestellt

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